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Ich finde die "Gesundheitspolitik" sehr erschreckend. Ich frage mich, wieso den Menschen, die anderen täglich helfen und dies auch gerne tun (Krankenpfleger, Ärzte, Richter, Polizisten usw.), enorme Steine in den Weg gelegt werden. Menschen dagegen, die die komplette Weltwirtschaft lahm legen, werden weder zur Verantwortung gezogen noch bestraft, sondern kassieren noch Bonuszahlungen in Millionenhöhe.  Wen interessiert offenbar die Gesundheit oder fehlerlose Kranken- und Altenpflege, wenn man das Steuergeld viel "sinnvoller" in Managergehälter oder zur Krisen-Schadensbegrenzung verwenden kann. Und wenn gar nichts mehr geht, können sich die Politiker immer noch an die Wähler wenden und sie zur Mithilfe und zum Verzicht auffordern - anstatt endlich das Geld dort zu investieren, wo es allen Menschen zugute kommt!

geschrieben am 14.04.2009 von Patrick, Bürger/in aus Berlin

Man kann es kaum noch "Personalmangel" nennen, eher wie Überleben die Patienten und ich.Jedem Verantwortlichen sollte man die Frage stellen: wenn durch dieser Personalbesetzung ein Patientenschaden entsteht welche Rolle würden Sie gerne übernehmen?Die der Schwester?des Arztes?des Patienten oder der Angehörigen?

Die nächste Frage wäre: warum muten Sie das anderen zu?

Ich arbeite in der Notaufnahme meistens allein höchstens mit ne Schülerin dh: Telefon,Ambulanzversorgung,Notfallversorgung,PC eingaben usw und das bei Kindern.Falls wir Krank werden ruft man uns nicht an um zu fragen wie es uns geht sondern wann man endlich wieder Gesund ist.

Ein sozialer menschlicher Beruf wo es keine Menschlichkeit mehr gibt

geschrieben am 04.03.2009 von Silli, Beschäftigte/r aus Hamburg

Nachdem ich aus der Narkose im Aufwachraum aufwachte,war ich sehr schnell bei klarem Verstand...ich sah mich um und sah Betten mit Menschen die gerade auch operiert worden waren.1Mann neben mir, angeschlossen an mehren Geräten spuckte Blut in eine Pappschale. Daneben eine junge Frau die schrie wie verrückt, bäumte sich immer wieder auf und mußte von den 3 anwesenden Mitarbeitern festgehalten werden. Darauf kam ein Kind herein es weinte jämmerlich nach seiner Mama. 3 weitere Patienten lagen schlafend da und eine ältere Dame schaute ängstlich in den Raum. Die Mitarbeiter der Klinik schimpften über ihr heutiges Programm und das jemand zu den Überstunden von heute noch länger bleiben müßte. Wozu sich nach Diskussionen einer bereit erklärte. Langsam wurden 3 Patienten auf Ihre Zimmer geholt und als ich mich umsah, war ich mit dem Blutspuckenden Mann, der schreienden Frau, dem weinenden Kind und einem immernochschlafendem Patienten mit 1 MITARBEITER im Raum allein.

geschrieben am 10.03.2009 von Grimm Miriam, Patient/in aus Nordrhein-Westfalen

Das Gute ist: Alles, was wir erfahren, was wir anderen antun oder nicht, kommt irgendwann auf uns selbst zurück. Hohe Belegzahlen und mehr Ärzte sollten es wohl bringen - dachten die Bosse in unserem Krankenhaus. Die Patienten sind das Produkt unserer Betriebskette, besser: Sie sollten es sein.
Doch: Wie viele kommen immer wieder? Für wie viele ist es angenehm, auf der Intensivstation unter Maschienen zu sterben?  Inzwischen ist dies in den meisten 'Häusern' der Normalfall. Was bedeutet für uns Menschlichkeit? Was schlimm ist, für die, die Ihre Freizeit wirklich zur Erholung brauchen, um den nächsten Tag wieder zu schaffen - ist dieser an Hohn grenzende Wahn mit ungelerntem Personal könne man die Sicherheitsrelavanten Aufgaben dieses Berufsstandes ersetzen.

geschrieben am 13.02.2009 von Reiner, Beschäftigte/r aus Hessen

Kranke(n) Pflege - das muss ich heute über meinen Beruf sagen, den ich eigentlich über alles liebe. Aber wenn sich nicht bald etwas ändert, werde ich in diesem Beruf nicht alt. Ich bin 25 Jahre alt und arbeite seit drei Jahren auf einer kardiologischen Intensivstation in einer renomierten Uniklinik mit Aufnahmepflicht. Da heißt: Wir nehmen noch Patienten, wenn andere Krankenhäuser sich schon längst bei der Rettungsleitstelle des DRK abgemeldet haben. Und wir nehmen alle Patienten auf! Selbst wenn wir unsere schon beatmeten, kreislaufinstabilen Intensivpatienten nicht mehr adäquat versorgen können. Da rettet man das eine Leben (beziehungsweise lässt es nicht unversucht) um andere zu gefährden, da wie immer Personal fehlt! Die Krankentage meiner Kollegen sind explodiert, weil keiner mehr kann und gnadenlos überlastet ist! Wir wollen sehr gerne kranke Menschen pflegen, und wir sind bereit, hart zu arbeiten, aber wer pflegt uns und unsere Seele?

geschrieben am 15.02.2009 von Schwester F., Beschäftigte/r aus Baden-Württemberg

Ich arbeite in einem Krankenhaus mit 1000 Betten. Mit den Jahren erkranken immer mehr Menschen an  Demenz oder ähnlichen Krankheitsbildern. Um diese Patienten effizient zu versorgen, fehlt es an Zeit und natürlich am Personal. Es ist viel mehr Personal notwendig, um solche Patienten menschenwürdig zu versorgen und zu betreuen. Und es kann nicht Sinn sein, "alle zu fixieren" - nur weil man nachts alleine ist!
Bitte liebe Politiker:  mehr Geld für die Pflege. Denn der Patient bleibt sonst auf der Strecke!

geschrieben am 03.02.2009 von amanda, Beschäftigte/r aus Schleswig-Holstein

Ich arbeite auf einer neurologischen Intensivstation. Neuro-Patienten sind aufgrund ihrer Erkrankung auf umfassende Hilfe angewiesen und bedürfen entsprechender Versorgung, besonders im akutn Stadium. In dieser Klinik werden zehn Patienten mit teils lebensbedrohlichen Krankheitsbildern von drei  Schwestern pro Schicht betreut. Desweiteren ist diese Station 24 Stunden für Schlaganfälle und Notfälle aufnahmebereit. Ausserdem soll noch für weitere 1200 Betten in einem primär psychiatrischen Krankenhaus die Notfall- und Patient-at-Risk-Versorgung übernommen werden. Acht Beatmungsplätze, ein Hämofilter und Notfallmanagement. Kein Ständiger Anästhesist auf Station. Das alles mit 18 Planstellen.

Das Controlling sagt, man müsse erst Zahlen generieren... Wir sind die einzige Station im Hause, die einen Überschuss erwirtschaftet. Meine Tage dort sind gezählt.

geschrieben am 08.02.2009 von flyer, Beschäftigte/r aus Bayern

Schon 1989 als ZDL in der stationären Altenpflege war ein Pflegenotstand vorhanden: Ich bekam nach 3 Tagen "Anlernphase" einen eigenen Flügel mit 20 Senioren zur vollen pflegerischen Versorgung zugeteilt (schwerstpflegebedürftige Senioren, auch Demente) - ohne pflegerische Vorbildung. Da wurde ich junger Mensch dann zum ersten Mal mit dem Tod konfrontiert. Nach meiner Tätigkeit als Pflegehelfer, dann als ausgebildeter Altenpfleger einige Jahre später wiederum Pflegenotstand: Versorgung von 40 Senioren, hochbetagt, multimorbid, dement - zu Dritt (ich, als Pfleger, eine Pflegehelferin und ein Astronomiestudent als "stud. Aushilfskraft"); und diese Zustände kontinuierlich - in kommunalen, privaten und kirchlichen Einrichtungen, da gibt es kaum Unterschiede (höchstens in der Entlohnung des Personals). Die Zeit verging - nichts veränderte sich. Ich machte mein Examen zum Krankenpfleger: Internistische Station, 42 Betten, sehr viele geriatrische Patienten, Patienten mit chronischen Erkrankungen, Krebspatienten mit infauster Prognose (morgens durch max. 4 Kräfte, nachmittags durch zwei Kräfte versorgt), keine Pausen, Abhetzerei; Notaufnahme (als einziger Pfleger), zeitweise 4-5 Rettungstragen vor der Tür, Ambulanzbetrieb regeln, in Endoskopie und Stationsdienst zusätzlich aushelfen, Chemotherapiepatienten nebenbei "überwachen"; Intensivstation, 12 Betten, 4 Beatmungsplätze, Nachtwache zu Dritt; dann in einer anderen Klinik (geschlossene Psychiatrie): "chronisch überbelegt und personell unterbesetzt", 36 akute Patienten mit Gefahrenpotential - morgens zu dritt oder zu viert (incl. Schülern, Hilfspersonal), abends und nachts zu zweit - häufig Übergriffe auf Personal und Mitpatienten (ich selbst habe mir hier im Dienst eine tiefe Bißwunde und eine Kopfplatzwunde zugezogen), häufig Kollegen verletzt, immer weniger Personal vorhanden - in 2007 sind 5 Vollkräfte gegangen, 2 gekommen - etc. etc. etc. - das ganze für 1500 - 1900,- Euro (incl. aller erreichbaren Zulagen) im permanenten Dreischichtsystem (ca. 6 Nachtdienste pro Monat);mittlerweile bin ich über 40, das jetzt noch bis 67 (??).

geschrieben am 17.12.2008 von pille, Beschäftigte/r aus Baden-Württemberg

Letztes Jahr im Dez. wurde ich am Fuß operiert, die Op fand Donnerstags statt. Mir konnte erst nach der OP gesagt werden, was genau gemacht wurde, da sich das erst nach öffnen der Wunde entscheiden lies. Am Freitag morgen kam eine Frau rein, grüsste hob die Bettdecke an und stellt fest dass die Drainage entfernt werden kann.(Später habe ich erfahren dass es eine Ärztin war).Am 24.12. Nachmittags 15 Uhr kam dann endlich die Ärztin mich zu entlassen, ich merkte an, dass es nett sei dass ich endlich mal einen Arzt zu Gesicht bekomme, da meinte diese, jetzt sei ich wohl enttäuscht, da sie ja Ärztin sei. Da fiel mir nichts mehr zu ein.Ich habe mich schriftlich bei der Verwaltung beschwert, da wurde mir mitgeteilt, dass bei mir Samstags eine Visite gemacht wurde, so stehts in meinen Unterlagen, diese hat nie stattgefunden, entschuldigt hat sich die Verwaltung bei mir. Die Schwestern waren sehr nett und stets verfügbar, dass hat mich gefreut, da mir bekannt ist dass diese wenig Zeit haben.

geschrieben am 27.12.2008 von Mielke Karola, Patient/in aus Niedersachsen

Definiere "Krankenhaus" im Jahre 2008 bezogen auf die Beschäftigten: Ein "Haus", das "krank" macht - es ist nur eine Frage des Alters und der Zeit, wann man krank wird.

Wer kann helfen? Politiker wacht auf!!!

geschrieben am 06.12.2008 von Hans, Beschäftigte/r aus Bayern

Die Personalsituation in den Kliniken wird immer schlimmer. Bei uns sind viele offene Stellen im Pflegedienst sowie ärztlichen Dienst. Bei uns auf Station haben wir 18 Betten, die von 8 Mitarbeitern im Drei- Schichtsystem versorgt werden mussen. Das ist naturlich ein großer Kraftakt. Ursprünglich waren wir zehn Mitarbeiter, dann kann eine Personalneuberechnung, dann waren wir neun.  Damit konnten wir gut leben. Aber seit einiger Zeit sind wir nur noch acht Mitarbeiter. Aber es gibt wohl keine Bewerbungen für unsere Klinik. Ich hoffe, dass es so schnell wie möglich wieder besser wird für alle, weil hier und da auch die Patienten natürlich mitbekommen, was los ist und die Pflegekräft keine Zeit für den Patienten haben.
Traurig aber wahr!

geschrieben am 20.12.2008 von Marcel, Beschäftigte/r aus Brandenburg

In meiner Funktion als Betriebsratsvorsitzender habe ich schon viele Überlastungsanzeigen lesen müssen und kann unsere Beschäftigten nur zu gut verstehen. Es gibt viel zu wenige Pflegekräfte und die Arbeitsbelastung und die zeitliche Beanspruchung ist viel zu hoch. Wenn der Betriebsrat gegenzusteuern versucht, droht man mit der "Privatisierung" der Klinik, die dann nicht mehr aufzuhalten wäre. Unsere Beschäftigten brennen aus und müssen ihr "Herz" schon lange zuhause lassen. Jetzt reicht es - wir werden gegenhalten - und ich fordere alle Personal- und Betriebsräte offiziell auf, alle nur denkbaren Mitbestimmungsrechte zu nutzen, um unsere Beschäftigten zu schützen. Wie? Wir könnten Dienstpläne mit massiven Überstunden verbieten, Initativrechte zu neuen Arbeitszeiten (mit längern Übergaben z.B.) einfordern, Überstunden grundsätzlich nur im einstelligen Bereich zulassen. Und bei Zuwiderhandlungen die Arbeitsgerichte bemühen. Gibt es noch Mutige die diesem Weg folgen?

geschrieben am 02.12.2008 von Achim, Beschäftigte/r aus Bayern

Ich arbeite als Zivildienstleistender in einem Kreiskrankenhaus. Die Situation ist wirklich erschreckend. Ich arbeite voll mit, also als 100-Prozent-Kraft....und das im wahrsten Sinne ..die Schwestern sind fast nur noch mit Bürokratie beschäftigt, während ungelernte Kräfte (Zivis Praktikanten ) die Pflege fast vollständig übernehmen müssen.

geschrieben am 01.12.2008 von Anonym, Beschäftigte/r aus Baden-Württemberg

§1 Grungesetzbuch : DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST
UNANTASTBAR. 

Liebe Politiker -denken Sie daran, auch Sie werden irgendwann älter sein und brauchen Hilfe -in irgendeiner Form -, dann erinnern Sie sich, in welche Notlage Sie uns alle gebracht haben und hoffen, dass Sie mit Ihrer Privatversicherung noch etwas ausrichten können, denn schon heute ist ein Privatpatient nicht mehr der Privatpatient von füher ! Mal sehen, wie es für Sie oder ihre Angehörigen ist, wegen Mangels stundenlang in der Stadt herumgefahren zu werden, weil kein Bett zu Verfügung steht oder wenn Sie stundenlang auf eine Behandlung warten müssen -ich wünsche Ihnen viel Spaß !

geschrieben am 20.11.2008 von Anonym, Beschäftigte/r aus Berlin

Vor sechs Jahren habe ich im Landshuter Klinikum mein Examen gemacht und arbeite seitdem dort. Vor allem in den letzten 2 Jahren hat sich sehr viel verändert. Wir sollen mit immer weniger Personal in immer kürzerer Zeit immer mehr Patienten gut versorgen. Was dazu führt, daß Patienten vernachlässigt werden (müssen), nur noch das Minimum an Pflege durchgeführt werden kann und damit alle Beteiligten verständlicherweise unzufrieden sind. Bei mir regt sich auch das schlechte Gewissen, wenn ich nach Hause gehe und Patienten nicht ausreichend versorgen konnte. Das Arbeitsklima wird immer schlechter, Kolleginnen und Kollegen sind schlecht gelaunt, was auf fehlende Freizeit und Überstunden zurückzuführen ist, was wiederum steigende Krankheitszahlen zur Folge hat. Es ist verständlich dass man nach 10 anstrengenden durchgearbeiteten Tagen keine Kraft mehr hat, auch noch 2 weitere Tage für einen aus genau diesem Grund erkrankten Kollegen einzuspringen und das verdiente Frei zu opfern. Und danach wieder die eigene Schicht anzutreten für weitere 8 Tage. Auch arbeiten wir oft ohne die gesetzlich vorgeschriebenen Pausen, und wenn dann was passiert, steht keiner hinter dir! Und das alles für einen Hungerlohn! Ich würde keinem mehr empfehlen diesen Beruf zu ergreifen, wenn es so weitergeht. Auch ich werde mich nach etwas anderem umsehen. Wo jetzt auch noch unser Gehalt gekürzt werden soll durch einen Haustarifvertrag, damit die Beschäftigten die Schulden abzahlen die andre, die Oberen, gemacht haben! Eine Schande!

geschrieben am 07.11.2008 von Lisa, Beschäftigte/r aus Bayern

Vor zwei Jahren habe ich in der Endoskopie angefangen. Damals wurde ich eingestellt, weil noch weiteres Personal benötigt wurde, da der Bedarf an Endoskopischen Untersuchungen stark gestiegen ist. Bis heute hat sich der Bedarf an diesen Untersuchungen nochmals verdoppelt. Aber unsere Abteilung ist personell überbesetzt, heißt es. Und genau deshalb müßen wir Überstunden machen, die Patienten warten sehr lange, die Vorbereitungen sind selten vollständig da. Auf den Stationen herrscht das gleiche Bild. .

geschrieben am 23.11.2008 von Katja, Beschäftigte/r aus Hessen

Unsere Kolleginnen und Kollegen sind es leid, bleich und übelriechend über die Gänge ihrer überfüllten Stationen zu hetzen (Th. Sarazin). Da es für unsere Regierung offenkundig kein Problem ist, die Inkompetenz einiger weniger Manager mit rd. 400 Milliarden Euro zu subventionieren, sollten die Paar Milliarden Euro für die Gesundheit auch vorhanden sein. Man erkennt den Wert einer Gesellschaft daran, wie sie mit ihren Alten und Kranken umgeht (Rabindranath Tagore, Weggefährte von Mahatma Ghandi).

Die "Gesundheitsökonomen" der Jetztzeit sollten sich vergegenwärtigen, daß Gesundheit keine Ware, Krankenhäuser keine Wirtschaftunternehmen und Ärzte keine "Rafkes" sind. Jene und deren Familien könnten schneller medizinische Hilfe brauchen, als ihnen lieb ist. Dann hilft auch keine Privatversicherung u.ä. mehr, wenn keiner mehr da ist der halfen kann.

geschrieben am 18.11.2008 von Lutz, Beschäftigte/r aus Berlin

Ich bin seit 15 Jahren mittlerweile als Krankenschwester tätig, und ich kann nur noch mit dem Kopf schütteln. Wo bleibt die Würde des Menschen, ganz egal ob Patient, Angehöriger oder Pflegepersonal? Kranke Menschen, die unsere Hilfe dringend brauchen, die darauf angewiesen sind, dass ihnen jemand hilft, werden nur noch nach Schema F irgendwie abgefertigt. Angehörige laufen Sturm gegen das Pflegepersonal, beschweren sich über notdürftige Versorgung ihrer Familienangehörigen. Und wir, das total überlastete Personal, versuchen nur noch irgendwie über die Runden zu kommen und hoffen, dass   weder wir noch die Patienten zu Schaden kommen.Es ist sehr traurig, was aus unserem Beruf geworden ist. Sehr geehrte Politiker dieses Landes, wie wäre es, wenn Sie mal für einen Monat unter diesen Bedingungen für einen Hungerlohn arbeiten würden? Kommt nicht in Frage, oder ?

geschrieben am 22.10.2008 von Nicole, Beschäftigte/r aus Bayern

Ich bin Krankenschwester in einer chir. / intern. Notaufnahme mit einem Bettenbereich von neun Betten und zwei Überwachungsbetten. Im Durchschnitt werden in einer Nacht etwa sieben bis neun Betten belegt. Dazu kommen noch die ambulanten Patienten die chir. betr. werden müssen, zum Beispiel Kopfplatzwunden oder Knochenbrüche, die gegipst werden müssen. Weiterhin intern. ambulante Patienten. Ist die Intensivstation belegt, werden die Patienten in die Notaufnahme verlegt. Wir betreuen  delirante Patienten, alkoholisierte Patienten. Wir führen Notfallgastroskopien durch, und wir nehmen akute Myocardinfarkte auf und bereiten sie zur Notfallherzkatheteruntersuchung vor. Dies alles wird von nur einer Nachtschwester bewältigt. Diese Schwester ist früh morgens ein Wrack. Ich bin mir nicht sicher, ob dies rechtlich überhaupt so durchführbar ist. Der Arbeitgeber behauptet, dass diese Arbeit gut von einer Person zu bewältigen sei. Dies ist die Höhe und zeigt die Wertschätzung des Arbeitgebers gegenüber des Arbeitnehmers, der eine hochwertige Arbeit leistet.

geschrieben am 15.10.2008 von Ruth, Beschäftigte/r aus Baden-Württemberg

Ich war Patientin in der Charitè in Mitte, Berlin. Betreut wurde ich fast nur vom Arzt im Praxisjahr, der es sehr gut machte, aber vollkommen überlastet war. Mein Aufenthalt im Zweibett-Zimmer wurde so plötzlich wegen Platzbedarf vorgenommen, daß mein Bett und darauf meine Kleidung inkl. Unterwäsche offen über den Flur einer gemischten Abrteilung gefahren wurde. Mein Einspruch nützte nichts, Zeitmangel.
Im Zimmer hatte eine Patientin Fußnägel geschnitten. Meine Bitte, diese zu entfernen, wurde damit abgetan, einen täglichen Reinigungsdienst könne man sich nicht mehr leisten.
Die Betreuung durch die sonstigen Ärzte als Kassenpatient fand ich so ...minimal..."sie können mich hier nicht einfach ansprechen, sie sehen doch, ich habe zu tun"....hat dazu geführt, daß ich mich nie mehr in die Charitè Mitte einliefern ließe, solange ich noch bei Bewußtsein bin. Von der Herzstation habe ich allerdings nur Gutes gehört, würde aber trotzdem nie mehr in dieses Krankenhaus gehen. Drei Aufenthalte dort sind mehr als genug. Das Pflegepersonal war sehr nett und hilfsbereit, aber überlastet.
Daß es aber trotz allem anders geht, zeigt ganz klar mein Aufenthalt in der MIC (Micro Invasive Chirurgie), am Hubertuskrankenhaus und die Betreuung im Hubertus Krankenhaus selbst. Diesen beiden Kliniken wünsche ich auch in Zukunft dieses Engagement und Verbesserung Ihrer personellen und finanziellen Situation. Weiter so!!!!

 

geschrieben am 17.10.2008 von Rosemarie, Patient/in aus Berlin

Ich bin Fachkrankenschwester auf einer 10-Betten-Intensivstation. In letzter Zeit wird es immer mehr zu einer Zumutung, dort zu arbeiten. Zur Zeit haben wir sechs Beatmungs-Patienten und drei isolierte Patienten. Heute gehe ich in die Nachtwache, wo wir sage und schreibe zwei Pflegekräfte sind. Wer glaubt denn bitte, dass so Patienten gut versorgt werden können? Alles, was man da noch tun kann, ist Schadensbegrenzung. Und wenn ich dann meinen Lohn sehe, könnte ich weinen. Die Ärzte haben sich doch auch ne ganze Menge mehr Geld erstreikt. Warum können wir das eigentlich nicht? Wenn das so weiter geht, werd ich mir auf jeden Fall eine berufliche Alternative suchen. Das ist zwar schade, weil ich mir den Beruf bewusst ausgesucht habe, aber mit 27 Jahren Rückenschmerzen und den Stress für 1500-1600 Euro Netto auf Dauer weiter ertragen? Nein danke!

geschrieben am 08.10.2008 von Catharina, Beschäftigte/r aus Nordrhein-Westfalen

Habe gerade die Nachrichten gehört zum Thema Finanzkrise und bin schlicht und einfach darüber empört, wie schnell die Bundesregierung doch in der Lage ist, 400 Milliarden Euro für die Banken und Finanzdienstleister zur Verfügung zu stellen. Hier wird selbstverschuldetes Elend vom Steuerzahler kompensiert. Sechs Milliarden Euro für die Gesundheit - das Grundgut eines jeden Menschen - scheinen hingegen zu viel zu sein. Welch sonderbare Prioritäten Frau Merkel und ihr Kabinett doch zu setzen scheinen.

geschrieben am 13.10.2008 von Andreas, Beschäftigte/r aus Hessen

Dieser 25.09.2008 wird mir immer im Gedächtnis bleiben. Seit 30 Jahren habe ich immer in meinen Bereichen für gute Pflege (die übrigens auch heilsam ist ) gekämpft. Ich gehe auf die 50 Jahre zu und war noch nie bei einer Demonstration. Nun habe ich die Aktion "Pfege-Tor-Tour, Der Deckel muß weg" von Beginn an mitgemacht und muß sagen, ich bin der Gewerkschaft ver.di sehr dankbar, daß sie die Belange des Personals, das sich ja auch Gedanken um die Pflegenden macht, ernst nimmt und anpackt. Auch, daß sie Vernetzungen mit allen möglichen Krankenhausgesellschaften usw. zusammengestellt hat.
Wir sehen alle, dass dies schwierig ist, aber es darf nicht auf dem Rücken des Pflegepersonals und der anvertrauten Patienten ausgetragen werden. Es dürfen meiner Ansicht nach auch keine faulen Kompromisse gemacht werden, die 50.000 Leute an Personal und die 6,7 Milliarden Euro müssen her.
Es stimmt so vieles nicht mehr, der Werteverfall und der Generationenvertrag. Wir Pflegende wollen unsere alten Menschen ehren, auch wenn sie nicht mehr funktionieren können, wollen unseren schwerstkranken Kindern eine Hilfe sein. Drückt alle die Daumen, daß die Forderungen erfüllt werden. Wenn nicht, sind wir gezwungen, uns noch Neues auszudenken für uns und die Patienten.

 

geschrieben am 03.10.2008 von Silvia , Bürger/in aus Saarland

Ich bin seit 24 Jahren in der Pflege tätig. Die Arbeitsbelastung hat deutlich zugenommen. Zunehmend fallen Kolleginnen und Kollegen aus wegen Überlastung. Unser Arbeitgeber ist aus dem Arbeitgeberverband ausgestiegen, um Geld zu sparen. Dafür hat jeder Mitarbeiter weniger im Geldbeutel. Wann stellen sich unsere Politiker ihrer Verantwortung. Wenn Steinmeier sagt, dass jedes weitere Krankenhaus in Afghanistan ein Fortschritt ist, warum soll dann bei uns in Deutschland die gegenteilige Entwicklung gut sein.
Jeder von uns muß die Situation unserer Krankenhäuser in seinem Bekanntenkreis vermitteln.

geschrieben am 08.10.2008 von Günter, Beschäftigte/r aus Baden-Württemberg

Liebes Krankenpflegepersonal, könnt Ihr Euch noch an den Streik vor zwei Jahren erinnern?
16 Wochen...und dann kommst Du als Streikender zurück auf Deine Station und wirst dann von einigen KollegInnen gefragt:" Na, wie geht es Eurem Streik?!" Streik bedeutet WIR und nicht nur ein paar wenige, die den Mut aufbringen, was zu ändern. Ich liebe meine(n) Beruf(ung) und daran soll sich nichts ändern.

geschrieben am 07.10.2008 von Geraldo, Beschäftigte/r aus Bayern

Nach sieben Stunden Fahrt haben wir die meisten unseres Hauses sofort aus den Augen verloren. Zur Sammelstelle war es nicht weit, man wurde quasi dort hin geschoben. Von der Bühne aus bot sich dann ein beeindruckendes Bild. Das ganze Kapellenufer war bunt, vom Bahnhof strömten immer mehr Teilnehmer dorthin, ein nicht abreissender Strom von Menschen. Als das St.-Marien-Hospital vorgestellt wurde, hatte ich den Eindruck, dass die Bonner etwas lauter pfeifen als alle anderen Demoteilnehmer. Der Marsch zum Potsdamer Platz war kurz, und die Strasse des 17. Juni füllte sich so schnell, wie es keiner geahnt hatte. Man spürte den Ärger und Frust der Mitarbeiterinnen. Friedlich gingen die Demonstranten wieder auseinander. Wieder am Bahnhof zurück, spürte man noch einmal das Gefühl, dabei gewesen zu sein.

geschrieben am 29.09.2008 von Wolfram , Beschäftigte/r aus Nordrhein-Westfalen

Bin seit 1978 in einer kirchlichen Einrichtung beschäftigt. Zur Zeit bin ich freigestelltes Mitglied der Mitarbeitervertretung. Meine große Sorge gilt der Zukunft. Unser Krankenhaus bildet nicht mehr in dem Maße Gesundheits- und KrankenpflegerInnen aus, wie es früher der Fall war. In einigen Bereichen - zum Beispiel Integration - sollen weniger qualifizierte Leute eingestellt werden, um Kosten zu sparen. Seit 1979 bin ich Gewerkschaftsmitglied. Der zukünftigen Entwicklung in unserer wichtigen Organisation stehe ich skeptisch gegenüber. Es muss uns gelingen, wieder junge Menschen in unsere Gewerkschaft zu bringen. Aber gelingt uns das, wenn es nur noch befristete Arbeitsplätze gibt oder die jungen Kolleginnen und Kollegen nur teilzeit beschäftigt werden? Wie sollen diese Menschen für ihre Zunkunft planen. Weiter müßte es einen Aufschrei geben, wenn sich kirchliche Arbeitgeber sich ihrer sozialen Verantwortung entziehen. Gehaltszahlungen zum TVöD erst 10 Monate später usw. Outsourcing sei auch genannt.

geschrieben am 29.09.2008 von Schüler, Beschäftigte/r aus Nordrhein-Westfalen

Drei Milliarden Euro! 22..000 neue Stellen. Da kann ich nur lachen ! Das Geld wird vorne und hinten nicht reichen! Der Investitionsstau der Krankenhäuser wird auf fünf Milliarden Euro geschätzt ! Jetzt ratet mal, wo die drei Milliarden Euro "investiert" werden ?
Die medizintechnischen Geräte werden teilweise seit 18 Jahren ohne Wartung und Inspektionen eingesetzt. Ärzte und Pflegekräfte schaffen täglich mit technisch gefährlichen Schrott. Die Krankenhäuser sind mittlerweile schwerstkrank..... sie faulen schon - vom Fundament bis zum Dachstuhl.

 

geschrieben am 25.09.2008 von anonym, Beschäftigte/r aus Rheinland-Pfalz

Ich bin Fachkrankenschwester auf einer Intensivstation. Vor meinem diesjährigen Urlaub bin ich auf Station zusammengebrochen. Die Arbeitsbelastung der letzten Monate war zu hoch. Die Arbeit auf Station wurde immer mehr. Man hadert mit sich, weil man die Patienten nicht mehr gut versorgen kann. Deshalb ging ich über meine Grenzen bis zur völligen Erschöpfung. Ich hab mittlerweile begriffen, dass ich Abstriche machen muß. Dass ich die Patienten nicht mehr so versorgen kann, wie ich es für richtig halte. Vieles bleibt liegen. Ich kann mich nicht dafür kaputt machen, dass die da OBEN meinen, es ginge auch mit weniger Personal. Das heißt: Die Patienten MÜSSEN es abbekommen, sonst behalten die Bosse recht, dass es mit weniger Personal geht.

geschrieben am 24.09.2008 von Zachow, Beschäftigte/r aus Nordrhein-Westfalen

Ich habe als Psychologin in einer Reha-Klinik beruflich viel mit Pflegekräften zu tun. Es ist wirklich katastrophal, was dort mit der Würde und der Gesundheit des Personals geschieht. Die Pflegekräfte leiden hauptsächlich an Burnout, Erschöpfungssyndromen, schweren Schlafstörungen, Depressionen, chronischen Schmerzsyndromen und häufig auch an den Folgen von Mobbing. So werden kranke Menschen produziert. Auch in meiner Reha-Klinik soll "der Markt bereinigt werden" und sollen Mitarbeiter so arbeiten wie ein Fabrikarbeiter, der am Fließband Schrauben in ein Auto dreht. Arbeit mit Menschen kann so nicht funktionieren! Übrigens: Mein Vater hat drei Tage in einem Uni-Klinikum im tiefen Westen "gelegen", damit ein Herzkatheter gesetzt wurde. Davon stand er vier Stunden mit seinem Bett auf dem Flur. Man habe angeblich so viele Notfälle. Jetzt darf er in einem Monat nochmal kommen, die Kasse zahlt ja.

geschrieben am 22.09.2008 von Sabine, Beschäftigte/r aus Nordrhein-Westfalen

Heut wurde mir und meinen Kollegeninnen und Kollegen mittgeteilt, wir hätten zu viel Personal. Unser Pflegeschlüssel ergebe eine Überbesetzung! Für 50 Bewohner sind wir zu viert im Frühdienst,  zu dritt im Spätdienst und für ca. 70 Bewohnerinnen und Bewohner zu zweit im Nachtdienst. Wer wohl diesen  Pflegeschlüssel erfunden hat?  Wir arbeiten mit Menschen. Unsere Bewohner registrieren ganz genau,  was los ist, schließlich sind die nicht dumm! Die Bundesregierung sollte sich was schämmen.

geschrieben am 24.09.2008 von Mathias, Beschäftigte/r aus Berlin

Ich war in den vergangenen acht Wochen zwei mal je 14 Tage wegen einer Hüpft Operation im Krankenhaus. Da ich doch recht schnell wieder auf den Beinen war, bekam ich auch sehr schnell mit, was die Schwestern alles leisten mussten. Sie waren vollkommen unterbesetzt und wenn eine Kollegin krank war, waren sie nur am laufen. Ich habe es ihnen schon angesehen, trotz ihrer Freundlichkeit für jeden Patienten,das sie sich auf den Feierabend freuten.
Manche Nächte waren ganz schlimm, ich hörte immer die Klingel, wenn sie gerufen wurden.
Und weil die Schwestern am Tage keine Zeit hatten,wurde eine Mitpatientin, über 90 Jahre, gegen halb zehn Uhr abends von den Nachtschwestern gewaschen und gepflegt.

Ich wundere mich nur, dass es noch immer junge Menschen gibt, die diesen wirklich schweren Beruf noch erlernen wollen. Leider darf ich mein Bein nicht vollbelasten, sonst würde ich ganz bestimmt auch nach Berlin fahren.

geschrieben am 23.09.2008 von karin , Patient/in aus Niedersachsen

Mangels Platz möchte ich nur die meisten Beispiele bestätigen, die hier aufgeführt sind.
Mangels Platz möchte ich allen Angehörigen und Patienten, die hier geschrieben haben, meine Scham und mein Bedauern für das ausdrücken,was ihnen zugemutet wird/wurde.
Mangels ausreichend Platz kann ich meiner Entrüstung und meinem Ärger über so viel Ignoranz, Unvermögen und Unverständnis der Politk und der Krankenkassen keine Worte verleihen. Sie haben immernoch nicht begriffen, dass es um Menschen geht und nicht um Puppen oder Dummys. Ich kann guten Gewissens niemandem mehr raten, den Krankenpflegeberuf zu erlernen, geschweige denn, diesen Beruf länger als 10 Jahre auszuüben. Ich habe ihn selbst auch erlernt und ausgeübt und mich irgendwann FÜR meine eigene Gesundheit und mein eigenes Leben entschieden und gegen den Beruf.
Jedenfalls nicht unter diesen Bedingungen. Wir arbeiten daran.... Auf nach Berlin!

geschrieben am 18.09.2008 von Susanne, Beschäftigte/r aus Niedersachsen

Ich bin Krankenpfleger im Op, Personalrat und 40 Jahre alt. Bei uns im Klinikum geht es drunter und drüber, vor 4 Jahren wurden 10 Prozent unseres Personals abgebaut, die Patientenzahlen steigen. Jeder -  Service, Verwaltung, Pflege, Ärzte - versucht, die Patienten so gut wie möglich zu versorgen. Eine Motivation dieses Jahr war die Tarifrunde, doch nun kommt die Angst: Wo kommt das Geld her?
Wir gehen nicht nur müde nach Hause, sondern wir sind zum Feierabend kaputt! Ein Familienleben gibt es kaum noch. Es gibt Strukturen in unserem Haus (z.B. Medizinmanagement), die es vor dem Personalabbau nicht gab, und die wir auch nicht brauchen. Deren Daseinsberechtigung besteht darin, sich zu überlegen, wie kann man noch mehr Fälle generieren, um die Einnahmenseite zu erhöhen. doch bereits heute ist klar, dass die Beschäftigten schon lange die Grenze des Ertragbaren überschritten haben. Ich freue mich auf Berlin!!

geschrieben am 18.09.2008 von Stefan, Beschäftigte/r aus Bayern

Ich bin Krankenpfleger und 57 Jahre alt. Der übliche berufliche Werdegang: 3-jährige Ausbildung zum Krankenpfleger, nach weiteren 2 Jahren Berufserfahrung eine 2- jährige Weiterbildung zum Fachkrankenkenpfleger, stellvertretender Stationspfleger, Stationspfleger. In dieser Funktion habe ich über all die letzten Jahre immer versucht, alles irgendwie noch "passend" zu machen, Mißstände im Krankenhaus durch Mehrbelastung meiner Kolleginnen und Kollegen aufzufangen, rückblickend weit über die Belastungsgrenzen des Einzelnen, aber auch des Pflegeteams hinaus. Die pflegerische Fürsorge für die Patienten stand immer an erster Stelle. Das geht jetzt nicht mehr. Die Grenze des Zumutbaren ist (schon viel zu lange) überschritten. Grund sind politisch gewollte, nicht auskömmliche Budgets, die von den Verantwortlichen in den Kliniken radikal durch Personalabbau kompensiert werden.Neueste Idee:Pflegekräfte durch im Crash-Kurs angelernte billigere Servicekräfte zu ersetzten. Das ist keine Vision, das ist in hessischen Klinken schon jetzt "gelebter Alltag", für das Klinikpersonal gleichermaßen wie für die Patienten. Rette sich wer kann, so denke ich fast jeden Tag. Die große Chance, der Politik deutlich zu machen, daß zum Wohle der Menschen gesetzgeberische neue Grundlagen geschaffen werden müssen, haben wir am 25.09.08 in Berlin.

geschrieben am 11.09.2008 von Manfred Huberti, Beschäftigte/r aus Hessen

Ich arbeite in einer Hausgemeinschaft mit Demenzkranken Menschen. Morgens zum Waschen sind wir für 17 Bewohner oft nur  zu zweit. Frühstück muß von uns mitorganisiert werden. In der Hausgemeinschaft soll selber gekocht werden. Oft wird was geliefert. Warum nicht gleich ein Essenswagen? Weil es sich toll anhört, dass wir selbst kochen. Oft steht was heiß auf dem Herd. Wenn dann ein  Bewohner ruft oder der Infusomat piepst, dann verläßt man den Herd. Ein Bewohner könnte sich verbrennen. Gestern hatte ein Bewohner Unterzucker. Wir messen mit dem billigsten Gerät. Notarzt...Ich bin die einzige mit Ausbildung im Dienst. In der Zeit, während ich bei ihm bin, müssen meine Kolleginnen zu zweit die 16 schwerpflegebedürftigen Bewohner ins Bett bringen. Wir sprechen von Menschen mit schwerster Demenz, Kontrakturen, Diabetikern...Ich habe ein paar sehr nette Kollegen, die desillusioniert sind, einige mobben rum - der ist zu langsam, nicht gut genug, kann nix...Jeder hat Angst, ist in der Probezeit, der Vertrag befristet...Manchmal denke ich, ich schmeiß alles hin. Dann ist es trotz Streß lustig mit den Bewohnern und trotz allem Streß machen sie Fortschritte, Ernährungssonden verschwinden, sie sprechen besser, laufen besser. Mit viel Kraft und Durchsetzungsvermögen habe ich für bessere Sterbebegleitung gesorgt, ein Hospiz involviert. Aber drei Wochenenden Dienst im Monat zehren an meiner Kraft. Trotz allem wird bei uns viel gelacht. Die Bewohner können nichts für diese Mißstände und bezahlen viel Geld.

geschrieben am 15.09.2008 von Iris , Beschäftigte/r aus Hessen

Meine Mutter lebt in einem privaten Altenheim Frankfurt/M, 95- jährig. Während der warmen Tage im Juli wurde sie von ihrem Hausarzt eingewiesen in die Klinik wegen "Verdacht Blut im Stuhl". Es war wahrscheinlich Austrocknung, wie die eine Altenpflegefachkraft sich verblapperte. In diesem Krankenhaus wurde dieser Zustand zwar behoben, aber als ich nachmittags kam, lag die Tabletten-Portionierungs-Schachtel auf dem Tisch mit dem Fach "mittags" gefüllt mit Tabletten. Die beiden jungen Krankenpflegerinnen sagte, der Morgendienst hätte sie geben müssen - etwa um 11 Uhr. Außerdem ließen sie die Tür zum Zimmmer offenstehen, um beim Vorübergehen hineinblicken zu können, wie es den beiden alten Damen ginge. Ich erlebte mit, wie während meines Besuchs die eine junge Pflegerin, die andere alte Dame, die anscheinend dringend die Windeln gewechselt haben wollte, vertröstete, "in zwei Stunden"; sie hätten über 30 Kranke zu betreuern, dann bekäme sie neue Windeln.

geschrieben am 15.09.2008 von Jürgen, Angehörige/r aus Hessen

Auch ich stelle die allgemeine Hilflosigkeit im Berufsalltag fest. Damit Krankenhäuser überleben können,  wird an dem Kostenfaktor Nr. 1, dem Personal, gespart. So etwas wie familienfreundliche Arbeitszeiten gibt es nur noch auf dem Papier. Der pünktliche Feierabend ist längst zu einem Fremdwort geworden. Zu dem schmalen Lohn gesellen sich unsachliche Zurechtweisungen durch berechtigt unzufriedene Patienten und deren Angehörigen. Auch Vorgesetzte trampeln fleißig auf unseren gepeinigten Nerven herum und versuchen, für ein "Vergelts Gott" immer noch etwas mehr Leistung aus uns herauszukitzeln.
Mit diesen für Patienten und Personal menschenunwürdigen Arbeits- und Leistungssituationen muss endlich Schluss gemacht werden. Der Deckel muss weg!, damit wir wieder mit Freude gute Arbeitsergebnisse erzielen können.

geschrieben am 12.09.2008 von Michael Wosnitza, Beschäftigte/r aus Nordrhein-Westfalen

Es kann nicht funktionieren, wenn eine Aktiengesellschaft etc. ein Krankenhaus führt. Patienten pflegen und dabei auf das Geld schauen, dass beisst sich. Ich selbst war als Privatpatient im Uniklinikum Marburg. Die Erfahrung mit dem Pflegepersonal war alles andere als gut. Das Personal kann aber nichts dafür.Die tun alles, was in Ihrer Macht steht. Aber sie bekommen von der Geschäftsleitung nur zu hören:  "Ihr müsst noch mehr machen". Die Herren mit ihren Millionengehältern sollten sich schämen. Aber die Herren machen sich auf Kosten der Patienten und Personal die Taschen noch voller. Wir müssen sparen, weil ich nächstes Jahr noch eine Million mehr verdienen will! Und die Aktionäre wollen auch immer mehr.

geschrieben am 11.09.2008 von thomas, Patient/in aus Hessen

Ich schicke im Auftrag von 4 Kolleginnen aus dem Reinigungsdienst diesen Bericht:
"Wir fahren auf jeden Fall mit nach Berlin, weil nicht nur Ärzte und Pflegende von der miserablen Situation im Krankenhaus betroffen sind. In ganz vielen Krankenhäusern waren wir (die Arbeiterinnen und Arbeiter )die ersten, die privatisiert wurden und dann 30 Prozent weniger Lohn bekommen haben. In unserem Haus sind wir (noch) nicht privatisiert, haben aber seit Jahren wird der Arbeitsdruck immer heftiger. Viele von uns kommen eine halbe bis zu einer Stunde früher zur Arbeit, weil wir Angst haben, unsere Arbeit nicht mehr zu schaffen. Wir sollen alles über Hygiene wissen, und wir sollen mit immer weniger Leuten immer mehr Aufgaben übernehmen. Oft sind wir todmüde, wenn wir nach Hause gehen. Trotzdem: Wenn wir die Patientenzimmer putzen, reden wir mit den Kranken, machen auch mal einen Spaß oder trösten. Und erfüllen kleine Wünsche, weil das die Pflege garnicht mehr schafft. Es muss dringend was passieren, wir haben Angst um unseren Job!!

geschrieben am 08.09.2008 von Erika , Beschäftigte/r aus Rheinland-Pfalz

Mein Vater ist vermutlich gestorben, weil am Wochenende nicht genügend Personal da war. Das hat mir eine Krankenschwester vor Ort gesteckt: Nach einer Herzoperation wurde er schnell auf Normalstation verlegt, bekam samstags Durchfall, der erst montags behandelt wurde. Dienstags ist er an Organversagen durch Dehydration gestorben. Als ich Anfang des Jahres mit meinem Baby, das an lebensbedrohlichem Durchfall und Erbrechen litt, auf der Kinderinfektionsstation gelandet bin, mussten wir eineinhalb Tage warten, bis ein Arzt Zeit hatte. Wir haben auch sonst kaum Personal zu sehen bekommen. Dort hat sich meine Kleine zum Virus noch Salmonellen geholt! Auf dieser Infektionsstation waren die hygienischen Zustände miserabel, es wurde nur jeden zweiten Tag gewischt und sonst nichts. Das Bad habe ich selbst gereinigt, damit wir und nichts holen ... Die Putzfrau sagte, dass die Sparmaßnahmen keine Hygiene mehr zulassen. Wir wären zu Hause geblieben, aber der Arzt darf dort keine Infusionen anhängen.

geschrieben am 11.09.2008 von Antje , Angehörige/r aus Hessen

Meine Erfahrungen nach 34 Jahren im Beruf sind so vielfältig wie das Leben selber. Bei uns schwanken die Pflegekräfte zwischen Resignation und Kampfeswillen, Gleichgültigkeit und Zorn, Sarkasmus und Kündigung frei nach dem Motto: Rette sich wer kann...ab in die Schweiz. Wir sind alle mit großer Liebe zum Beruf gestartet und müssen erleben, dass sich fast nichts so verwirklichen läßt, wie es nötig wäre. Wir erleben den Widerspruch zwischen dem, was von uns erwartet wird und dem, was wir dafür zur Verfügung haben. Wir erleben, dass die Politik vollmundig eine sachgerechte medizinische Versorgung verspricht und sie nicht bezahlt. Wir erleben, dass wir für die Not unserer Patienten verantwortlich gemacht werden. Statt dem erforderlichen Personal haben wir ein Beschwerdemanagement, statt wirksamer Hilfen ein Qualitätszertifikat. Was in den 80Jahren der Pflegenotstand war, ist heute per Definition Grundpflege. Wir fühlen uns im Stich gelassen!

geschrieben am 10.09.2008 von Claudia , Beschäftigte/r aus Hamburg

Sehr geehrte Ministerin, werte Bundesregierung.---- was hier geschrieben steht, sind keine Einzelfälle. Es ist die Realität in jedem deutschen Krankenhaus, Pflegeheim, Altenheim und in der ambulanten Pflege.  Wenn ich mir etwas wünschen könnte, und das haben auch schon Kollegen gesagt, dann müssten alle die hier hinter den Schreibtischen die Fäden ziehen, zu mindestens einer Woche Dienst in einer solchen Einrichtung verdonnert werden. Einfach mal mitgehen in der Pflege, sterbende Patienten versorgen,  Ausscheidungen entsorgen, Patienten von Exkrementen aller Art befreien, unzufriedene Angehörige bändigen und enttäuschte oder akut gefährdete Patienten beschwichtigen, wenn man Zeit für sowas hat. Immer mehr Kollegen leiden an Burnout-Syndrom, haben selber Infektionen, Rückenschmerzen  - weil Hilfsmittel fehlen oder aus Zeitmangel nicht eingesetzt werden können. Damit muss Schluss sein. Warum darf ich an lebenserhaltenden Maschinen drehen und kann davon immer schwerer Leben.

geschrieben am 03.09.2008 von Steffen , Beschäftigte/r aus Nordrhein-Westfalen

Täglich habe ich mit Beschäftigten im Gesundheitswesen zu tun, das bringt mein Beruf mit sich. Fast alle gehen "auf dem Zahnfleisch". Auch berichten sie, wie unzufrieden es sie macht, sich nicht angemessen um die PatientInnen kümmern zu können. Ich selbst bin froh, nicht in ein Krankenhaus zu müssen, hoffentlich bleibe ich weiterhin gesund.

geschrieben am 04.09.2008 von Marita, Bürger/in aus Hessen

Ich bin im Rettungsdienst tätig: Wenn wir einen Patienten in ein geeignetes Krankenhaus in unserer Stadt bringen wollen, dann geht es los. Abgemeldet , abgemeldet usw. usw. Dann fahren wir ins nächste Krankenhaus, wo das Pflegepersonal uns mit den Worten in Empfang nimmt: Wir sind abgemeldet, wir haben keinen Platz. Wir im Rettungsdienst verstehen natürlich das Pflegepersonal in den Krankenhäusern, schlechte Bezahlung, schlechte Arbeitszeiten und und und. Aber ich bin der Meinung,  wir - die Kleinen - können da gar nichts ändern. Aber die, die es könnten, wollen davon nichts wissen. Denn die da oben haben alles: Sie werden gut bezahlt, sie haben gute Arbeitszeiten, sie brauchen keinem Patienten zu sagen, dass sie nur noch Betten auf dem Flur haben oder dass der Mann/Frau leider verstorben ist, weil zu wenig Personal da war oder die Ärzte beziehungsweise die Pflegerinnen und Pfleger völlig überareitet waren.

geschrieben am 05.09.2008 von Willy, Beschäftigte/r aus Nordrhein-Westfalen

Ich kann allen Beschäftigten und Patienten nur raten: Geht auf die Straße und macht Aktionen, damit sich die die Situation ändert. In unserem Krankenhausverbund sind wir seit Anfang des Jahres dabei. Schaut mal auf unsere Homepage: www.krankenhaus-in-not.de. Der Aktionstag in Berlin am 25.09.2008 muss für alle Beschäftigten und möglichst auch für viele Patienten ein Pflichttermin sein. Nur gemeinsam sind wir stark genug, um uns gegen eine falsche Gesundheitspolitik zu wehren.

geschrieben am 28.08.2008 von Ralph , Beschäftigte/r aus Schleswig-Holstein

Meine Großmutter erlitt eine Oberschenkelfraktur. Im Krankenhaus mußten wir dauernd helfen, da viel zu wenig Personal da war - und das in einer großen Uniklinik tief im Westen. Es herrschte ein ganz schlechtes Arbeitsklima dort, alle nur gehetzt, schlimmer als an einem Fließband. In der Reha hatte sie einen Mageninfekt und wurde in ein kleines Krankenhaus in der westlichsten Großstadt Deutschlands eingeliefert. Es ging rapide bergab, und wir erwirkten eine Verlegung in ein anderes Krankenhaus. Diagnose: Herzinfarkt nach Austrocknung, der Oberarzt meinte, ob das andere Krankenhaus eine Dörrobstfarm sei. Sie wurde nochmal gerettet. Doch es herrscht immer Todesgefahr, wenn Personal fehlt.
Erst stirbt der Patient, dann das Personal. Bei solch beschämenden Bedingungen ist das kein Wunder.
Ich schäme mich für Deutschland, besonders auch für Frau Merkel, die das alles als normal empfindet.
Deutschland verstößt in Krankenhäusern gegen die Würde von Patienten/ Mitarbeitern.

geschrieben am 04.09.2008 von Paul , Angehörige/r aus Nordrhein-Westfalen

Ich bin Polizeibeamter in einer Stadt Nordrhein-Westfalens. Nach einem tragischen Unfall mit tödlichem Ausgang musste ich der hinterbliebenen Frau an einem Sonntagmorgen die Todesbenachrichtigung überbringen. Diese Frau lag zu diesem Zeitpunkt nach einer Herz!!!-OP im Krankenhaus. Wegen Personalmangels musste ich 45 Minuten warten, bevor ich einer Krankenpflegerin die Situation schildern konnte. Selbst danach benötigte die Krankenschwester wegen ständiger Alarmierungen aus den Krankenzimmern und anderer Aufgaben weitere 30 Minuten, um die Benachrichtigung vorzubereiten (Bettnachbarn sollten zum Beispiel nicht anwesend sein). Trotz mehrfacher Bitte, wegen des aktuten Gesundheitsrisikos einen Arzt herbei zu holen, war es mangels freier Ärzte nicht möglich, die Benachrichtigung unter Beisein eines Arztes durchzuführen. Als die Frau schließlich zusammenbrach, dauerte es 15 Minuten, bis ein Arzt anwesend war. Ich habe mich elendig gefühlt.

geschrieben am 02.09.2008 von Michael , Bürger/in aus Nordrhein-Westfalen

Fall1: Im Dezember 2007 sollte meinem Mann der linke Fuß wegen Diabetischer Nekrose an der Ferse amputiert werden. Er wurde über die Notaufnahme eingeliefert. Nach fast zwei Wochen hatte er immer noch keinen OP-Termin, wegen noch dringenderen Notfällen! Zwei Wochen lang jeden Tag die Angst, wann komme ich dran, wann kommt mein Fuß weg. Keinerlei psychische Betreuung! Ich wollte meinen Mann in eine andere Klinik verlegen lassen. Er erlebte es nicht mehr, er starb zuvor an einem Herzinfarkt.
Fall 2: Der Zimmernachbar meines Mannes konnte auch das Bett nicht selbst verlassen. Er hatte Durchfall und klingelte der Schwester, damit sie ihm die Bettpfanne bringt. Es kam keine, da nur zwei Schwestern auf Station waren und die hatten schon mit anderen Notfällen zu tun. Er hatte nur die Wahl, sich den Topf von mir, der zu Besuch anwesenden Frau seines Bettnachbarn, geben zu lassen, oder ins Bett zu machen. Er entschied sich für Peinlichkeit Nr.1. Das passierte in 12 Tagen 3 Mal! Wie peinlich wäre Ihnen das?

geschrieben am 02.09.2008 von Herta, Angehörige/r aus Bayern

Da ich mich ebenfalls dafür einsetzen möchte, dass Patienten wieder mehr in Ruhe gepflegt werden können, Ihre Seele nicht mehr aufgrund von Zeitmangel und ausgepowertem Personal zu kurz kommt, werde ich mich an der Aktion "Der Deckel muss weg" beteiligen. Es gibt sicher genügend Geschichten aus unserem Klinikalltag (Überlastungsanzeigen haben ja leider auch nichts gebracht). Deshalb mach ich hier eine wirtschaftliche Rechnung auf: Wenn der Bund meint, er könne sparen, indem er entweder privatisiert mit allen unangenehmen Folgen oder lieber Arbeitslosigkeit fördert mit den bekannten verwaltungstechnischen und katastrophalen menschlichen Folgen, vergisst er dabei, dass Geld nur ein Mittel für gegenseitigen Austausch von unterschiedlichen Fähigkeiten ist. Eine wirtschaftliche Rechnung kann nur aufgehen, wenn für die unterschiedlichen "Pfunde" der Personen zwar kleine Unterschiede in der Bezahlung liegen können, niemals aber jemand für seine Leistungen schwer unter- oder überbedacht werden darf. Denn sonst gerät alles aus dem Gleichgewicht. Jeder Durchschnittlichverdienende unterstützt in der Regel die heimische Wirtschaft. So müsse dem Wirtschaftsministerium längst klar sein, wohin das wenige Geld in den Sozialkassen umstrukturiert werden muss: An die sozial denkenden verantwortungsbewussten Menschen!! Dieser Personenkreis ist es, der nicht nur ein Interesse hat, dass es menschlicher an den Arbeitsplätzen dieser Welt zugeht, sondern auch dem Staat direkt und indirekt über seine "Bildungs- und Wirtschaftsförderung" die beste Gelegenheit gibt, seine Bürger widerum optimal zu fördern - sprich, zum Beispiel den Dienst im Krankenhaus ordentlich zu bezahlen und mit genügend Personal auszustatten, den zu Pflegenden jede notwendige Hilfe in gut ausgestatteten Einrichtungen zukommen zu lassen! Und spaßeshalber zähle ich einen kleinen Teil davon auf, wo gespart werden würde: weniger Krankheit - weniger Kosten; weniger Arbeitslose - weniger Kosten; weniger Verwaltung - weniger Kosten; weniger Stress - weniger Kosten; florierende Wirtschaft - weniger Kosten

weniger Frust - mehr Lust.

geschrieben am 01.09.2008 von Leida , Patient/in aus Nordrhein-Westfalen

"Nach mehrjähriger Arbeit als Krankenschwester bin ich nun sehr froh darüber, nicht mehr als solche zu arbeiten. Die Ausbildung sehe ich nun als wichtige Voraussetzung dafür an, dass ich - sollte ich oder einer meiner Angehörigen ins Krankenhaus müssen - mich gegen falsche Pflege/Behandlung etc. entsprechend wehren könnte. Dass die Beschäftigten der Krankenhäuser etwas tun, wird höchste Zeit!! Ich habe es lange vermisst."

geschrieben am 31.08.2008 von S., Bürger/in aus Nordrhein-Westfalen

Die Patienten werden fertig gemacht: fertig gepampert, fertig infundiert, fertig herumgewälzt (unabhängig von den Frakturen). Und damit sie das alles mitmachen, fertig gefesselt - sei es durch Gitter oder Handfesseln oder durch Schmerz- und Beruhigungsmittel. Nur bedürfnisgerecht gepflegt und umsorgt -  das werden sie immer weniger. Zumal die langjährig erfahrenen Pfleger und Schwestern mit "fertig gemacht" werden bis sie vor dieser Ignoranz resignieren (und selbst krank werden?)
Der Alte kann gehn: Pfleger nicht mehr beschäftigt, Kranker nicht mehr lebens....
Das sollte nicht das Ziel des Krankenhauses sein.

geschrieben am 29.08.2008 von Heinz, Beschäftigte/r aus Hessen

Die Arbeitbelastung in den Krankenhäusern ist dermaßen hoch, dass die MitarbeiterInnen eigentlich mit 55 und nicht mit 67 in Rente gehen müßten. Mit 67 Jahren kann man sich nur noch daneben legen.
Mehrere Familienangehörige von mir arbeiten in Krankenhäusern. Sie sind sehr motiviert, aber
teilweise fix und fertig. Früher wurde zu viert in der Schicht gearbeitet, jetzt zu zweit. Die Pflegeleitung und die Chefetage stört es nicht. Wer es sich leisten kann, reduziert die Arbeitszeit auf das finanziell verkraftbare Maß.

geschrieben am 28.08.2008 von herbert, Angehörige/r aus Nordrhein-Westfalen

Ich habe den Beruf in der Pflege vor langer Zeit gewählt und konnte mich mit ihm indentifizieren, war überzeugt, hier bist du richtig. Das Feedback der Menschen, die sich in einer außerordentlichen Situation  befinden, bekomme ich bis heute - indem sie mir ihre Zufriedenheit vermitteln. Aber heute ist es längst nicht mehr mein Beruf, ich habe vielmehr den Bezug dazu verloren. Es ist ein Wegschaffen von Administration, ein ständiges Herrumirren den ganzen Tag. Du wirst einfach nicht mehr fertig. Und  ständig wird dir etwas Neues aufgebrummt. Der Zeitfaktor spielt bei der geschäftsführenden Leitung ebensowenig eine Rolle wie die Frage, ob die Qualtität leidet. Hauptsache du hast es irgendwie zu keiner bedrohlichen Situation kommen lassen. Patienten sind dem ausgeliefert, denn sie wissen nicht, was richtig bzw. falsch ist. Wenn dann mal ein grober Fehler vorkommt, dann wird er schnell vom Tisch gewischt nach dem Motto: "Kommt halt mal vor". Wir müssen uns dagegen wehren, denn diese Situaiton  ist menschenunwürdig und menschenverachtend...Schluß mit dieser Politik..Wir sollten für uns Menschen Sorge tragen. Das ist höchstes Gebot, also zeigt Verantwortung und kommt zur DEMO

geschrieben am 29.08.2008 von Gunter, Beschäftigte/r aus Berlin

Betrachtet man die Beweggründe junger Menschen, sich für einen Beruf in der Pflege zu entscheiden, findet sich ganz oft der Wunsch "Kranken Menschen helfen zu können!" Dieses Motiv mag ehrenwert sein, leider ist es aber in der heutigen Zeit nicht mehr realistisch! Die ursprünglichen Aufgaben der Pflege lassen sich mit dem stetig ansteigenden Arbeitspensum und der kontinuierlich schlechter werdenden Personalausstattung nicht mehr vereinbaren. Die Menschlichkeit bleibt über kurz oder lang auf der Strecke, der Patient wird reduziert auf seine Krankheit ("Die Galle von Zimmer 12")! Unser Handeln ist bestimmt von Zeitdruck, Bürokratie und von oberster Stelle aufdiktiertem Zwang zum wirtschaftlichen Denken! Genau das dürfen wir uns nicht länger gefallen lassen. Wir müssen uns wehren gegen diese katstrophalen Zustände in der Pflege! Wir müssen zu dem Punkt zurückkehren, wo wir jungen Menschen wieder sagen können: "Du willst kranken Menschen helfen? Dann ergreife einen Beruf in der Pflege!"

geschrieben am 24.08.2008 von Lisa , Beschäftigte/r aus Saarland

Seit Jahren Reallohnverluste, ständiger Belegungsdruck, immer stärkere Arbeitsverdichtung und höhere Qualitätsansprüche. Hinzu kommt die permanente Angst vor der Insolvenz. Unterdessen werden  Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld komplett gestrichen. Die Lebenshaltungskosten aber schiessen in die Höhe. Das Ganze passiert nicht im Mittelalter, sondern 2008. Und die Milliardengewinne für die Unternehmen wachsen. Jetzt ist S c h l u ß. Jetzt hilft nur noch S T R E I K !

geschrieben am 26.08.2008 von Werner , Beschäftigte/r aus Nordrhein-Westfalen

Als Mitarbeiterin im Krankenhaus Bereich Hauswirtschaft kann ich nur sagen: Es sieht wirklich mau aus. Die Zeiten werden zusammen gestrichen und die neuen Arbeitsgeräte erst später angeschafft worden. Als 100prozentige Tochter der Mutter Krankenhaus sollen wir uns über Besitzstandswahrung freuen. Dass sich aber die Rahmenbedingungen so verschlechtern, dass wir nicht wissen, was wir zuerst tun können, sieht keiner. Sich krank zu melden, ist kein Ausweg. Denn dann müssen die Kollegen auch noch meine Arbeit mitmachen. So aber macht Krankenhaus krank.

geschrieben am 26.08.2008 von Agnes , Beschäftigte/r aus Niedersachsen

Ich glaube, dass man mittlerweile mit unserem immer noch so hochgewürdigten Gesundheitssytem nur klar kommen kann, indem man einen anderen Beruf ergreift. Als Pfleger in der Anästhesie ist es peinlich, wie man mit Menschen umgeht. Es wird am menschlichsten Gut gespart. Und die Herren Chefärzte und diverses Personal im Büro heimsen sich jedes Jahr einen finanziellen Obulus ein.

geschrieben am 22.08.2008 von Jochen, Beschäftigte/r aus Nordrhein-Westfalen

Ich habe heute (22. August 2008) zum ersten Mal in meinem Leben eine Überlastungsanzeige geschrieben und sie an die Pflegedirektion unseres Krankenhauses weitergegeben. Fünf Pflegekräfte fehlen derzeit  (Krankheit, Muterschutz, Urlaub), die Krankheitsquote nimmt erschreckend zu. Und ich merke es selbst - ich bin oft so ausgepowert - und will erst mal nur meine Ruhe haben, wenn ich nach Hause komme. Ich will "meine" Patienten gut versorgen - will ihnen helfen, schnell wieder nach Haus zu kommen. Wir haben immer mehr andere Arbeiten, immer mehr Schreibarbeiten und ganz viel zu tun. Und reicht´s !!!

geschrieben am 22.08.2008 von Erika , Beschäftigte/r aus Rheinland-Pfalz

Die Auswirkungen der Gesundheitsreform sind gravierend. Die stationäre Verweildauer wird immer kürzer. Patienten und Angehörige fühlen sich oft allein gelassen mit ihren Problemen. Am Personal wird gespart an jeder Ecke. Überlastung steht auf der Tagesordnung und unsere Politiker/innen interessiert es nicht. Sie machen die Augen zu. Sicher sind "Sie" privat versichert und merken von all den Sparmaßnahmen nichts. Zweiklassengesellschaft!!!

geschrieben am 22.08.2008 von Andrea, Beschäftigte/r aus Thüringen

In unserem (Evangelischen) Krankenhaus ist der Frühdienst mit höchstens drei Vollzeitkräften, der Spätdienst mit zwei Vollzeitkräften und der Nachtdienst mit einer Vollzeitkraft. Dabei übernehmen die Pflegerinnen und Pfleger ärztliche Tätigkeiten. Und es gilt ein Pflegemix von 70 Prozent ausgebildeten Pflegekräften und 30 Prozent Hilfskräften. Was soll da an gute Pflege noch raus kommen? Wir haben Leitbilder! Wir sollen nahe am Menschen sein. Aber in Wirklichkeit denkt auch die Diakonie nur noch weltlich. Es wird an allem gespart, sogar bei der Reinigung der Patientenzimmer (Flusen am Boden, schmutzige Waschbecken, ungeleerte Mülleimer usw.), am Essen, am Material und natürlich am Personal! Es sollen nur noch 50 Prozent examinierte ( 3 Jahre Ausbildung) Pflegekräfte sein, die anderen 50 Prozent wären dann Hilfskräfte beziehungsweise Ungelernte. Selbst die Pflegedirektion macht bei diesen Unsinn mit. Aber immer schön nahe am Menschen sein... Der christliche Gedanke und der diakonische Gedanke - das sind gute Gedanken. Nur davon zu leben, wird immer schwerer, da sich als Folge der  Politik im Lande ein weltliches Denken in der Diakonie breit macht.. Zahlen Zahlen... Und wo bleibt der Mensch?

geschrieben am 21.08.2008 von K.-D., Beschäftigte/r aus Nordrhein-Westfalen

An die Politiker: WO IST DENN DIE GRENZE DER ZUMUTBARKEIT? IST SIE NICHT SCHON LANGE ERREICHT? ODER WOLLT IHR WARTEN BIS DER PFLEGEBERUF AUSGESTORBEN IST?

geschrieben am 21.08.2008 von Tanja, Beschäftigte/r aus Baden-Württemberg

Seit langem wird von Pflegenden und Ärzten verlangt, dass sie mehr Arbeit mit weniger Personal noch professioneller schaffen. Die Arbeit bei uns ist zum Patientendurchschleusen verkommen, die Belegung jeden Monat über 100 Prozent. Ich kann mich gar nicht mehr dran erinnern, wann ich das letzte Mal länger mit meinen Patienten gesprochen habe. Es wird gerade das Notwendigste (für Unteruschungen, Medikamente) erklärt, für Zwischenmenschliches ist keine Zeit, das bezahlt nämlich keiner. Die Folge: Die Patienten stürmen auf uns ein, wenn wir uns zur Pause setzen. Denn nur dann haben sie die Möglichkeit, mal nicht im Laufen mit uns zu reden. Das Schlimmste an allen ist aber, dass es bei uns - Dank meiner Stationsleitung und dem Team - noch einigermaßen human zugeht und wir sogar Zeit für unsere Auszubildenen haben. Aber ich würde meine Angehörigen nicht ohne genaue Überwachung in ein Krankenhaus lassen.

geschrieben am 16.08.2008 von Anonym, Beschäftigte/r aus Niedersachsen

Ich habe vier Jahre in einem Krankenhaus als Pflegerin gearbeitet und erfahren, wie nach und nach alles bergab ging. Das Personal wurde derartig vermindert, dass es kaum mehr möglich war, die Arbeit  ordentlich zu erfüllen. Morgens nur noch "Katzenwäsche" an dem Patienten durchführen. Betten machen war teilweise nicht mehr möglich. Wir haben eine Überlastungsanzeige nach der anderen geschrieben, wurden aber nicht gehört. Es wurde selbstverständlich, dass wir ohen Pause gearbeitet haben.  Überstunden wurden zur Notwendigkeit. Das Qualitätsmanagment ist nur Qualität auf dem Papier. Die Pflege am Patienten leidet an der ständigen Dokumentation. Immer absichern, dass man ja eine lückenlose Pflege vorweisen kann. Wer weiß, ob nicht mal ne Anzeige ins Haus flattert. Ich bin noch immer in der Pflege tätig und hoffe, dass bald eine Besserung des Arbeitsverhältnisses eintritt. Wenn sich die Situation nicht ändert, kann ich den Beruf bald an den Nagel hängen. Körperlich und psychisch ist das Arbeitspensum kaum noch durchzuhalten.

geschrieben am 14.08.2008 von Isabel, Beschäftigte/r aus Baden-Württemberg

Es ist eine Sauerei wie ein wohlhabendes Land mit dem höchsten Gut seiner Bürger umgeht. Hier werden die Patienten und die Beschäftigten zu Opfern einer verfehlten Politik. Dieser Wahnsinn muß ein Ende haben. Zwei- Klassen -Medizin und dieser destruktive Versuch, Krankenhäuser wie Fabriken organisieren zu wollen, kann ja nie funktionieren. Wir wollen vernünftige Arbeitsbedingungen und anständigen Lohn. Dann können wir auch wieder eine Leistung zeigen, auf die wir Stolz sein können. Wir können doch nicht auf Dauer so agieren als wären wir in einem Feldlazarett in einem Entwicklungsland. Armes Deutschland. Gebt den Politikern die Quittung, die sie verdienen. Fangen wir endlich an uns zu wehren!

geschrieben am 15.08.2008 von Anonym, Beschäftigte/r aus Hessen

Es wird an allem gespart, sogar bei der Reinigung der Patientenzimmer (Flusen am Boden, schmutzige Waschbecken, ungeleerte Mülleimer usw.), am Essen, am Material und natürlich am Personal. Selbst die Pflegedirektion gibt zu, dass wir nur noch gefährliche Pflege machen. Andere aber meinen: Solange noch nichts passiert ist... Wir müssen mehr Zeit am Computer mit Dokumentationen verbringen als am Patientenbett. Was hat das noch mit Pflege zu tun? Oft haben wir keine Pausen, kaum Zeit auf die Toilette zu gehen, werden auf Fremdstationen "ausgeliehen", müssen uns kontrollieren lassen und verdienen, gemessen an der Verantwortung, die wir tragen, schlecht!

geschrieben am 10.08.2008 von anonym, Beschäftigte/r aus Berlin

Von uns, den Pflegekräften, wird immer mehr erwartet. Gleichzeitig ist immer weniger qualifiziertes Personal auf Station. Das Personal wird förmich verheizt, Fehler häufen sich. Dann muß man damit leben, nicht das umsetzen zu können, was man gelernt hat. Wir können manchmal nicht mehr helfen, sondern schaden den Menschen auch noch. Gleichzeitig wächst die Kontrolle durch die Vorgesetzten. Ein unerträglicher Druck für uns. Die Kollegen werden immer kränker und áus hochmotivierten Mitarbeitern werden schnell genervte, ausgebrannte und desilosionierte Zyniker. Eine Schande ist das!

geschrieben am 14.08.2008 von Anonym, Beschäftigte/r aus Hessen

Ich bin mit einem Bandscheibenvorfall mit Lähmungserscheinungen in ein Hamburger Krankenhaus eingeliefert worden. "Schon" fünf Tage nach der Einlieferung wurde ein MRT gemacht. Ich musste operiert werden. Deshalb wurde ich nach Hause geschickt, damit ich dort auf einen OP-Termin warten könne. Nach vier Wochen war ich auf der Warteliste immer noch nicht "nach oben gerutscht". Also ergriff ich die Initiative und bekam in einem Schleswig-Holsteiner Krankenhaus in der Woche drauf einen Besprechungstermin samt einem OP-Termin in der folgenden Woche. Die Wartezeit hat nicht nur unnötige Schmerzen gebracht, sondern die Krankenkasse muss vier Wochen länger Krankengeld zahlen.

geschrieben am 14.08.2008 von Barbara , Patient/in aus Hamburg

Vor einigen Monaten war ich in einem Krankenhaus in Hannover. Alle Betten waren belegt (im Dreibett-Zimmer lagen wir zu fünft!). Ein Bett war belegt mit einer alte Dame, die aus dem Pflegeheim kam und sich nicht selbst versorgen konnte. Offensichtlich war die Personaldecke so dünn, dass die Schwester morgens ihrer Kollegin vorschlug, die Frau nicht zu waschen wegen zu viel anderer Aufgaben. Die Kollegin gab dann zu bedenken, dass aber heute Visite sei. Daraufhin fragte die Schwester uns andere Patienten, ob jemand von uns ein Deo dabei hätte. So wurde die alte Dame nicht gewaschen, sondern mal eben mit Deo eingesprüht. Seitdem bete ich, dass ich nie ins Krankenhaus komme und auf die Pflege angewiesen sein werde!

geschrieben am 12.08.2008 von Anonym, Patient/in aus Niedersachsen

Vor einiger Zeit musste ich bei einem Krankenhausbesuch in einem Krankenhaus in Hamburg die Erfahrung machen, dass man im Krankenhaus für sein Essen an der Zimmertüre anstehen und dann darum betteln muss, dass man zum Beispiel eine Tomate mehr bekommt oder gar eine Scheibe Käse. Die Betten konnten vom Personal aus Zeitmangel nicht bezogen werden. Dafür hatte man selbst Sorge zu tragen (und das auf einer Dermatologie…. Patienten mit offenen Wunden etc.). Das Personal war derart belastet, dass man auch bei den verordneten Behandlungen aufpassen musste, dass man das richtige bekommt…. einfach, weil nicht genug Personal da war. Mal ganz abgesehen davon, dass man sich mit sechs dermatologisch kranken Menschen ein Badezimmer und auch nur eine Toilette teilen musste, welche nur einmal am Tage im Eilverfahren gereinigt werden konnten.

geschrieben am 11.08.2008 von Gerdi , Patient/in aus Niedersachsen

Wir suchen immer nach neuen Einsparmöglichkeiten und bekommen doch immer mehr Auflagen vom Gesetzgeber auferlegt, die erfüllt werden müssen. Das beißt sich. Wie sollen wir sparen und gleichzeitig immer mehr ausgeben!?!? Weiter Personal einsparen kann nicht des Rätsels Lösung sein,  denn das Personal kriecht ja schon auf dem Zahnfleisch. Der Patient verkommt zur Nummer.  Irgendwann wird er am Eingang mit einem Code tätowiert und läuft nur noch durch Scanner. Die angeschlossen Chirurgenroboter übernehmen die Behandlung. Nebendiagnosen werden abgeschafft und zur Vereinfachung des pharmazeutischen Bedarfs wird nur noch das Mehl eines Säbelzahntigerzahns eingesetzt. Das ist zwar schweineteuer, aber dafür gibt es auch nix anderes mehr. Schönes neue gesunde Welt...

geschrieben am 07.08.2008 von Stephan , Beschäftigte/r aus Niedersachsen

Als Krankenpfleger (seit 30 Jahren) und Betriebsrat einer Reha-Klinik in NRW sehe ich den Verfall der patienten-orientieren Pflege als schon lange gegeben. Mehr und mehr ist die Qualität nicht mehr wichtig, sondern nur die Quantität. Eine vernünftige, auf die individuellen Bedürfnisse eines jeden Patienten eingehende Pflege, ist abhängig vom Preisdiktat. In einem Land wie der BRD ist es unfassbar, das die
Gesundheit und die Genesung von kranken Menschen davon abhängig ist, wieviel Geld vorhanden ist. Durch den enormen Druck, dem die Pflege ausgesetzt ist, passieren Fehler. Menschen kommen zu Schaden, die eigentlich zu uns kommen um gesund zu werden. Wehret den Anfängen - kann man leider schon nicht mehr sagen. "Hütet Euch vor der Zukunft, wenn diese Politik so weiter geht". Was passiert mit unsereren Kinder im künftigen Gesundheitswesen? Nicht jeder wird als Privatpatient geboren. Leider kommen die Politiker nicht in den "Genuß" von überfordertem Pflegepersonal. Schade!!

geschrieben am 08.08.2008 von Uli, Beschäftigte/r aus Nordrhein-Westfalen

Ich "arbeite" an einem großen Klinikum in der Zentralen OP-Abteilung. Arbeit möchte ich es bewusst nur in Anführungszeichen nennen, denn so wie die Patienten versorgt werden, hat es nichts mehr damit zu tun wie ich es gelernt habe, oder Vernunft, Hygiene oder Menschlichkeit es gebieten. Obwohl wir rein rechnerisch voll besetzt wären, fehlen uns Kräfte an allen Ecken und Enden. Kolleginnen, die in Mutterschutz gehen, werden nicht ersetzt. Fachweiterbildungsteilnehmer werden voll gerechnet, obwohl sie während ihrer Unterrichtszeit nicht im OP sind und so weiter.
Bedingt durch die hohe Arbeitsbelastung haben wir eine relative hohe Krankheitsrate. Da aber die geplanten OP-Zahlen nicht reduziert werden, ist es an der Tagesordnung, in zwei Säälen gleichzeitig zu springen. Diese Belastung führt dazu, dass die KollegInnnen, die die Krankheitsfälle kompensieren, bald selbst krankwerden. Und daraus entsteht ein Teufelskreis! Ich fürchte, bevor nichts schlimmes passiert, wird nichts dagegen getan.

geschrieben am 07.08.2008 von Anonym, Beschäftigte/r aus Bayern

Unsere Mutter (80) musste jüngst als Notfall in ein Krankenhaus (Augenklinik). Es hat tatsächlich 5,5 Stunden gedauert, bis ein Arzt sich unsere Mutter angeschaut hat. Im Behandlungszimmer wurden gleichzeitig drei bis vier Patienten in einem großen Raum untersucht. Datenschutz? Im Krankenzimmer meiner Mutter war  eine noch ältere Patientin. Sie musste vom Pflegepersonal das Essen gereicht bekommen. Da aber nur zwei Schwestern auf der Station Dienst hatten, blieb der Schwester kaum Zeit, die "alte" Dame korrekt mit Nahrung zu versorgen. Gut war, dass ihr Sohn regelmäßig kam um seine Mutter mit Nahrung zu versorgen. Das kann es doch aber bitte nicht sein, hier muss mehr Personal für die Krankenhäuser her!

geschrieben am 07.08.2008 von Monika , Angehörige/r aus Niedersachsen

Ich arbeite als Leitung einer Notambulanz in einem kirchlichen Krankenhaus. Trotz christlichen Träger werden in unserem Haus immer mehr Mitarbeiter aufgrund der Sparpolitik unter massiven Druck gesetzt, damit sie noch mehr Leistung bringen.Und dazu ist jedes Mittel recht....Grund: Eine Sparpolitik, die eine anständige Patientenversorgung und zufriedene Mitarbeiter nicht mehr zulässt. Ärzte und Schwestern arbeiten bis an den Rande der Erschöpfung und erhalten dabei eine denkbar schlechte Entlohnung.Gleichzeitig wächst der Verwaltungsaufwand immer mehr. Es ist somit nicht verwunderlich,  dass immer weniger Menschen bereit sind, unter diesen Bedingungen zu arbeiten. Leider möchte niemand dafür die Verantwortung übernehmen und so sind WIR es (die am Patientenbett stehen), die sich permanent mit den Missständen und und unzufriedenen Patienten auseinander setzen müssen. Es wird Zeit, dass die Menschen, die diese Rahmenbedingungen setzen, aufhören uns zu ignorieren und endlich handeln, bevor zu spät ist...

geschrieben am 05.08.2008 von Tanja, Beschäftigte/r aus Baden-Württemberg

Ich bin Azubi zum Gesundheits- und Krankenpfleger im 3. Lehrjahr. Ich muss sagen, dass mir der Job unter den momentanen Bedingungen immer weniger Freude bereitet! Im Gegenteil, ich kann es nur schwer mit meinem Gewissen vereinbaren, Patienten aus Zeitmangel pflegerisch zu vernachlässigen! Es gibt viele Situationen, an denen man sich vierteilen müsste, um vernünftiger Pflege so einigermassen gerecht zu werden. Ich bin mir sicher, dass es es nicht mehr allzu lange dauern wird bis es richtig kracht!

geschrieben am 06.08.2008 von Alex, Beschäftigte/r aus Nordrhein-Westfalen

Der Arzt diagnostizierte einen Bandscheibenvorfall. Röntgenuntersuchung, Wartezeiten,  Arbeitsausfall, Schmerztherapie, Physiotherapie und und und - das ganze Programm. Nach über einem halben Jahr wird es schlimmer, ich soll wieder zum Röntgen. Das Gerät ist kaputt und ich soll mindestens zwei Monate warten. Ich habe genug und ergreife die Initiative: Drei Besuche bei einer Ostheopatin und ich bin schmerzfrei! Ich möchte nicht wissen, was die herkömliche Therapie und Behandlung gekostet hat, die erfolglos war. Wie viel Geld wird in unserem Gesundheitswesen für Geräte und Medikamente ausgegeben, die nur ihrem Herstellen einen Nutzen bringen. Das Geld könnte sinnvoller investiert werden, dann könnten wir das qualifizierte Personal auch menschenwürdig einsetzen und auch zu bezahlen.

geschrieben am 03.08.2008 von Robert, Beschäftigte/r aus Baden-Württemberg

Ich bin Krankenpfleger auf einer internistischen Station mit 29 Betten. Es werden immer weniger Stellen. Für die Patientinnen und Patienten haben wir deshalb kaum noch Zeit. Nachtdienst machen wir alleine. Das heißt:  Schwerstpflegebedürftigte alleine drehen, heben und alle anderen Tätigkeiten. Waschen ab 4.00 Uhr, da es der Frühdienst nicht schafft. Und Tabletten setzen und zwischendurch nach jeder Klingel laufen - das da noch keine groben Fehler passiert sind, ist der Verdienst eines jeden einzelnen.

geschrieben am 02.08.2008 von Steffen , Beschäftigte/r aus Sachsen

Noch bin ich jung und fit, aber wenn es so weitergeht - nicht mehr lange! Meinen Traumberuf Krankenschwester habe ich mir am Anfang meines Berufsleben anders vorgestellt. Auf unserer  Privatstation (auch mit Kassenpatienten) bemühen wir uns stets um das Wohl der Patienten. Das Pflegeteam behandelt jeden Patienten gleich (egal welche Kasse). Unser Chef sieht das anders, deswegen müssen Kassenpatienten viel länger warten. Im Team sind einige überlastet, unsere Knochen schmerzen, einige reagieren gegenüber Patienten gereizt, ungeduldig. Und dann der Dauerstress.
Beschäftigte und Patienten (vor allem Kassenpatienten) bleiben bei der Krankenhauspolitik auf der Strecke.

geschrieben am 01.08.2008 von Luise, Beschäftigte/r aus Rheinland-Pfalz

Ich war in diesem Jahr zwei Mal mit gleicher Diagnose im Krankenhaus - bei zwei verschiedenen Trägern. Wäre es nach den Krankenhäusern gegangen, wäre ich jeweils schon am Abend entlassen worden. Da ich schon vor der Aufnahme mein Unbehangen mit diesem Vorgehen kund tat, konnte ich zwei Mal über Nacht bleiben und so einen Eindruck von den Arbeitsbedingungen und den Pflegekräften gewinnen. Während beim konfessionellen Träger eine auch altersmäßige Mischung der Betreuenden sichtbar war, war das andere Mal bei einem ehemals in Volkseigentum befindlichen Krankenhaus ein Kommen und Gehen von überwiegend recht jungen Mitarbeitern zu konstatieren. Mein Eindruck, der auch verbal bestätigt wurde: es herrschte Unzufriedenheit im Hause...

geschrieben am 01.08.2008 von Anonym , Patient/in aus Hamburg

Hab Schmerzen! In der Hüfte? Oder kommt es von der Wirbelsäule? Was weiß ich, bin doch kein Arzt! Der spricht mit mir - 9 Monate später -, wann ich die Schmerzen diagnostizieren lassen möchte. Aber dann kann ich ihm in der Regel nur sagen: "Herr Doktor, sehen Sie sich bitte mal die Hüfte und den Rücken an, das tut mir nicht weh, aber vielleicht morgen wieder."  Ach, wäre ich doch nur Privatpatient. Dem kann weh tun, was und wann es will - er wird immer sofort wissen, woran es liegt und Abhilfe schaffen lassen. Der hat´s gut! Ich sollte es noch mal mit einer anderen privaten Krankenkasse probieren. Vielleicht nimmt die mich ja, mit 57 und Bluthochdruck und den Schmerzen.

geschrieben am 01.08.2008 von Peter Conrad, Patient/in aus Sachsen

Man wird im Krankenhaus nur auf das Nötigste behandelt und regelrecht abgespeist. Als Folge von zu viel Hektik und zu wenig Zeit für einzelne Patienten werden oft Diagnosen gestellt, die sich dann als "Fehl-Diagnose" herausstellen. Außerdem merkt man immer mehr den Unterschied zwischen Kassen- und Privatpatienten. Privatpatienten müssen nicht so lange warten wie Kassenpatienten und erfahren eine maßgeblich bessere Behandlung. Außerdem ist das unterbezahlte und überarbeitete Krankenhauspersonal oft demotiviert und unfreundlich, da sie "Fliesbandarbeit" leisten müssen. Termine von Ärzten mit Patienten können oft nicht eingehalten werden. Da die meisten Menschen nicht oft im Krankenhaus behandelt werden müssen, können sie die negativen Veränderungen deutlich wahrnehmen.

geschrieben am 30.07.2008 von Nadja , Patient/in aus Hessen


Mein Examen als Kinderkrankenschwester habe ich 1981 an der Uniklinik Mainz gemacht. Schwerpunkt auf den Stationen war die Pflege. Dann arbeitete ich einer Kinderklinik und  auf der Kinderchirurgie eines Kreiskrankenhauses.  Wir waren etwa 5 Schwestern bei 20 Patienten. Noch eine kurze Zeit Kinderpädiatrie und wieder auferlegte Sparmaßnahmen. Also zurück zur Inneren. Doch auch dort sollten Gewinne gemacht werden. Die Folge: Entweder wurde das Patientengut mit schwerwiegenden Diagnosen erhöht oder Personal abgezogen. Mein Gewissen machte dies nicht mehr mit. Schweren Herzens habe ich (aber nicht alleine) meine Arbeitsstelle aufgegeben. Im Jahr 2000 habe ich auf der Kinderonkologie im Mutterhaus in Trier begonnen. Eines Tages kam unser Chef zu mir und sagte etwa Folgendes:  „Schwester Silvia, wir können die beiden Kinder nicht zur Transplantation nach Bonn schicken.“ Ich frage: „Warum?" Der Chef: „Der Seehofer gibt kein Geld mehr.“ Ich war erschüttert. Mir fiel nur ein (weil ich den Professor von Jena kennengelernt hatte), die Kinder nach Jena zu schicken.

 

geschrieben am 31.07.2008 von Anonym, Beschäftigte/r aus Saarland

Ich bin heute, nach dem Krankenhausaufenthalt meiner Mutter, sehr entrüstet über die Situation des Personals, das schwer kranke Menschen versorgen muss. Aus Zeitgründen kann oft nicht auf ein Klingeln reagiert werden. Leute müssen teilweise eine halbe Stunde warten bis auf ein Notfallklingeln Personal vorbei kommt, weil eine Pflegekraft für eine gesamte Station zuständig ist.  Die Patienten leiden darunter. Heutzutage muss meines Erachtens eine Zweitperson anwesend sein, zum Beispiel jemand aus der  Verwandschaft, um zu verhindern, daß aus Spargründen der Patient nach erfolgreicher Operation an Vernachlässigung und leichtsinnigem Umgang des Pflegepersonales stirbt.

geschrieben am 31.07.2008 von Schäfer, Angehörige/r aus Baden-Württemberg

Ich habe viel Kontakt zu Jugendausbildungsvertretungen aus dem Pflegebereich - aus städtischen Kliniken, Pflegezentren, teilprivatisierten und privatisierten Kliniken. Was ich dort erfahre, macht mir als Patient Angst und mich als Bürger wütend. Die Krankenpflegeschüler(innen) werden oft als volle Kräfte auf den Stationen eingesetzt. Praxisanleitungen und Betreuung, wie in Krankenpflegegesetz und im Erlass des Sozialministeriums vorgesehen, findet entweder äußerst eingeschränkt oder fast gar nicht statt. Wegen permanenter Personalknappheit ist meist keine Zeit, den Krankenpflegeschüler(innen) zu zeigen, wie sie korrekt Medikamente verabreichen, Verbände anlegen, Patient(innen) betreuen, heben, pflegen. Die Theorie aus der Krankenpflegeschule muss mit der Praxis auf Station abgstimmt werden. Auch hier gibt es im hessischen Erlass Richtwerte, dass Lehrer(innen) eine halbe Schulstunde pro Woche jede(n) Schüler(in) auf Station begleiten. In der Praxis findet das nicht statt. Dies führt zu einer Kettenreaktion in der Pflegequalität, dass Krankenpflegeschüler(innen) oft nur autodidaktisch Praxis am Patienten sammeln. Dass nicht mehr die Patientenversorgung im Fokus steht, sondern Betriebswirte auf ihren Rechentafeln knappe Personalplanungen und Budgetierungen durchsetzen, die verheerende Folgen für die Pflegesituation der Patient(innen) und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten haben, ist ein Skandal. Doch es könnte noch schlimmer werden. Einige Konzern- bzw. Krankenhausleitungen liebäugeln mit angelsächsischen Modellen, bei denen statt mehrerer examinierter Kräfte eine studierte "allwissende" Kraft und mehrere angelernte Kräfte tätig sind. Als Patient und Bürger appelliere ich an die Klinikbetreiber, die Budgetierung von Personal und veranschlagten Kosten aufzuheben, um wieder Patient(innen) und Beschäftigte in den Mittelpunkt zu stellen. An die Politik appelliere ich, sich wieder verantwortungsvoll in das Gesundheitswesen einzumischen und die Rolle als Staat wahrzunehmen. Da Konzerne beziehungsweise Aktiengesellschaften in erster Linie der Profit und nicht das Patientenwohl und die Arbeitsbedingungen am Herzen liegen, ist der Staat gefordert.

geschrieben am 30.07.2008 von Anonym, Bürger/in aus Hessen

Die Patienten werden mit viel zu hohen Entzündungswerten entlassen. Das Ziel: Noch mehr Patienten durchschleusen - denn nur dann fließt das Geld. Das ist so, als würde man eine Frucht ausdrücken bis kein Saft mehr kommt. Und dann schmeißt man sie einfach weg.

geschrieben am 29.07.2008 von Anonym, Beschäftigte/r aus Hessen

Die Erfahrung als Stationsleitung zeigt in unserem kommunalen, mit einem kirchlichen Träger kooperierendem Krankenhaus folgendes: bigottes Denken im Umgang mit dem Personal; Sparen an den falschen Dingen wie zum Beispiel Hygienemaßnahmen; Personalabbau bis zur Schmerzgrenze; Desinteresse am Patienten - aber Angst vor Öffentlichkeit; schlecht organisierte Abläufe und mangelhaftes Qualitätsmanagement trotz junger Geschäftsführung; mangelnde Transparenz über durchgeführte Projekte; qualifiziertes Personal läuft hinter allem her, was notwendig wäre, um die Patienten zu versorgen.

geschrieben am 30.07.2008 von Anonym, Beschäftigte/r aus Nordrhein-Westfalen

Ich kenne ein Krankenhaus in Hamburg vor und nach der Privatisierung. Hätte ich gewust, wie es sich verändert hat, wäre ich nicht dorthin gegangen: Die Beschäftigen waren total überlastet, und es herrschte das reinste Chaos. Nicht nur die Zimmer waren verdreckt, sondern die Betten wurden nicht desinfiziert, sonder kurz mit einem Lappen abgewischt und für einen neuen Patienten neu bezogen. die eigentliche Operation war in Ordnung. Dennoch würde ich das Krankenhaus nicht mehr wählen. Denn "Pflege" fand nicht statt.

geschrieben am 29.07.2008 von Anonym, Patient/in aus Hamburg

Als ich vor 30 Jahren in die Krankenpflege ging, hatten wir noch Zeit für eine angemessene Pflege, auch für ein Gespräch mit einem Patienten blieb genug Zeit übrig. Das Gehalt war, insbesondere für Frauen, verglichen mit anderen Berufen verhältnismäßig hoch beziehungsweise dem Aufwand mit Wochenenddienst und Schichtdienst, sowie der hohen Verantwortung angemessen. Heute: kaum mehr Zeit für den Patienten, gearbeitet wird unter hohem Zeitdruck, der Patient wird abgearbeitet. Fehler häufen sich. Freizeitplanung ist für Pflegekräfte ein Fremdwort, da durch den geringen Personalschlüssel kein einziger Dienstplan mehr zuverlässig eingehalten werden kann. Das Einspringen aus dem Frei wird selbstverständlich erwartet, da sonst die Patienten teilweise garnicht mehr versorgt werden. Immer mehr Patienten werden in immer kürzerer Zeit durch die Krankenhäuser geschleust, bei immer weniger Personal.
Und die Bezahlung! Da die Krankenhäuser unterfinanziert sind, wird die Jahressonderzahlung gekürzt, Zuschläge für Überstunden gestrichen oder Überstunden garnicht mehr erst aufgeschrieben,da sie sowieso nicht abgefeiert werden können, ohne die Patienten zu belasten. Dabei wird auch von der Politik in Kauf genommen, dass Krankenpflegekräfte immer noch meistens sehr idealistisch sind und aus diesem Grunde ihre Patienten kaum im Stich lassen. Immer mehr KollegInnen kehren ihrem Beruf den Rücken, da sie ausgebrannt sind oder in einem solchen menschenverachtenden System nicht mehr arbeiten wollen.

geschrieben am 29.07.2008 von anonym, Beschäftigte/r aus Rheinland-Pfalz

Ich mußte in einer Klinik in NRW operiert werden. Sowohl die ärztliche als auch pflegerische Betreuung war mehr als gut. Erstaunlich für mich war festzustellen, mit welcher Ausgeglichenheit Ärzt und Pflegepersonal gegenüber den Patienten ihren verantwortungsvollen Dienst versehen haben. Und doch konnte ich spüren, welch großer Druck auf allen lastet. Immer von Sorgen geplagt, wie geht es denn weiter: Was können wir noch wie den Patienten leisten? Sie stoßen an die Grenzen ihrer beruflichen Möglichkeiten, denn Einsparung und Wirtschaftlichkeit bestimmen ihren Alltag. Der Patient ist nur noch ein Kalkulationsfaktor in der Wirtschaftlichkeitsberechnung. Die verantwortlichen Politiker wissen genau, was sich im Gesundheitswesen abspielt. Wir befinden uns im Vorwahlkampf. Was wird da wieder schön geredet. Es ist gut, dass ver.di die Mißstände aufgreift, um denen zu helfen, die unter den Sparprogrammen zu leiden haben - das Personal in den Krankenhäusern wie die Patienten.

geschrieben am 27.07.2008 von Rudolf , Patient/in aus Nordrhein-Westfalen

Ich bin derzeit Azubi im vierten Kurs ( zweites Halbjahr im zweiten Ausbildungsjahr). Ich erlebe es tagtäglich, dass Patienten aufgrund von Personalmangel vernachlässigt werden (müssen), um wenigstens die nötigste Grundpflege sicherzustellen. Das Paradoxe an der ganzen Sache ist, dass es ja eigentlich genügend Pflegepersonal gibt. Doch die Kolleginnen und Kollegen stehen auf der Straße. Es ist frustrierend, in der Schule Erlerntes auf den Stationen nicht umsetzen zu können, da Praxisanleiter nicht oder in nur üngenügender Anzahl zur Verfügung stehen. Zudem werden Auszubildende auf den Stationen als volle Kräfte angesehen und auch so in den Dienstplan integriert. Es ist nicht verwunderlich,  an einem Samstag oder Sonntag mit einer examinierten Pflegekraft alleine auf einer Inneren Station zu stehen und sich um 35 Patienten zu kümmern. Genug gespart! Der Deckel MUSS weg.!

geschrieben am 25.07.2008 von Sven, Beschäftigte/r aus Nordrhein-Westfalen

Ich bin Kinderkrankenschwester bei einem diakonischen Träger. Anfang des Jahres wurde bei mir eine geplante Operation durchgeführt. Vier Tage nach der Entlassung wurde bei mir eine Thrombose festgestellt. Ich kam in ein anderes Krankenhaus. Der Unterschied war immens. In der ersten Klinik sah ich - ausser zum Wecken, den Essenszeiten und den zwei Pflegedurchgängen - niemanden. In der zweiten Klinik bemühten sich die Schwestern, immer wieder herein zu schauen und zu fragen, ob alles in Ordnung ist. Natürlich kamen sie nicht im fünf-Minuten-Takt, aber man hatte den Eindruck, sie schauen kurz nach uns, wenn sie vorbeikommen. Man hatte einfach das Gefühl, gut aufgehoben zu sein. Und das, obwohl das Pflegepersonal über die zwei Wochen das gleiche war. In dieser Zeit merkte ich erst einmal, wie abhängig die Patienten von uns sind und wie wichtig es ist,  dass das Pflegepersonal sich die Zeit für die Pflege und Betreuung nimmt. In meiner täglichen Arbeit nehme ich seither den Zeitdruck und die psychische Belastung der schlechten Versorgung noch stärker war. Ich arbeite in einer Kindernotaufnahme. Wenn wir bei einem Notfall sind, können wir uns die ankommenden Patienten nicht anschauen und somit deren gesundheitlichen Zustand einschätzen. Uns bleibt nur zu hoffen, dass es schon gut gehen wird. Wir arbeiten zu zweit pro Schicht. Und wenn der Notfall stirbt, ist nicht  keine Zeit für Trost. Für uns geht der Alltag dann weiter...

geschrieben am 25.07.2008 von Kathrin, Beschäftigte/r aus Bayern

Das Krankenhaus krankt an den Auswirkungen von Gesundheitsreformen und aus dem Makel, dass einerseits die Gesetze der Marktwirtschaft gelten sollen,andererseits ein planwirtschaftlicher Reglementierungswust die Arbeit erschwert. Die Arbeit am Patienten spielt nur noch eine sekundäre Rolle. Wichtig ist die Dokumentation des Abrechnungsystems GRG. Als einziges Heilmittel  wurde hierzuland immer nur die Kürzung der Personalstruktur gesehen: Qualitätssteigerung durch Personalabbau bei gleichzeitiger Ausweitung des Leistungsumfanges. Der Fliessbandbetrieb Krankenhaus hat den Akkord erhöht, aber die Mannschaft, die den Akkord leisten soll, reduziert. Der Burnout der Beschäftigten wird dabei in Kauf genommen. Die hilflosen Helfer halten leider immer noch  zu gerne den Betrieb aufrecht: Es wid gejammert und gelitten. Es ist an der Zeit, auf die Strasse zu gehen.
Wenn wir uns schlechte Arbeitsbedingungen und Versorgung gefallen lassen, wird sich nie etwas ändern. Dann werden meine Kinder erklärt bekommen, dass eine Behandlung von der Kasse nicht mehr bezahlt wird! Du bist zu alt, Du bist zu teuer! Wenn wir nicht aller aufstehen - wird das passieren.

geschrieben am 25.07.2008 von Mike Schneider- Mrosowski, Bürger/in aus Rheinland-Pfalz

Ich bin Altenpflegerin und arbeite bei einem privaten Träger. Ich kenne somit die Bedingungen in verschärfter, aber ähnlicher Form ( 36 schwerstpflegebedürftige und psychisch kranke Bewohner, die von zwei Pflegekräften im Frühdienst versorgt werden). Vor ein paar Tagen wurde ich von meiner Hausarzt  wegen unklarer Blutungen ins Krankenhaus überwiesen. Hier stellte man fest, dass ich eine Entzündung in der Gebährmutter habe. Ich sollte stationär aufgenommen werden, um zwei Infusionen zu erhalten. Als der Spätdienst kam, wurde mir gesagt, dass ich kein Essen bekomme - weil ich ja operiert werde. Ich war total geschockt. Doch ich wurde natürlich nicht operiert. Dann kam die zweite Schwester und das gleiche lief nochmals ab. Die Schwestern entschuldigten sich, sagten, sie seien total durch den Wind, weil sie schon tagelang durcharbeiteten ( Urlaubszeit ) und ständig kurze Wechsel hätten. Zudem seien Stellen gekürzt worden. Ständig gehe irgendwo die Klingel, es müssten Operations-Wunden versorgt und  Infusionen angehängt werden. Diese Leute arbeiten mit Medikamenten und tragen so viel Verantwortung. Aber in der Eile geht so viel verloren, was absolut menschlich ist. Ich habe Respekt vor jedem, der es in der Pflege weiterhin aushält. Eine Schande...

geschrieben am 25.07.2008 von Anonym, Patient/in aus Niedersachsen

In den ersten Wochen im Juli 2008 war mein Mann drei Wochen im Krankenhaus. Davon hat er eine Woche auf der Intensiv gelegen, hier fühlte er sich gut aufgehoben und auch ich hatte das Gefühl, mit all meinen Fragen zum Pflegepersonal gehen zu Können. Die Zeit vor der Operation und nach der Intensivpflege auf der "normalen Station" war mit vielen kleinen Ärgernissen gefüllt. angefangen bei Informationen meines Mannes an das Pflegepersonal in Bezug seiner Medikamenteneinnahme, die er täglich wiederholen musste, es erfolgte keine Weitergabe an die Kollegen, Übersendung der persönlichen Sachen meines Mannes von der Station zur Intensiv erfolgte auch nach mehrmaligem Nachfragen nicht, trotzdem gesagt wurde es wird vorbeigebracht. Die PflegerInnen wirkt alle gereitzt und Überarbeitet. Die fehlende Zusammenarbeit mit der Küche / Verpflegung war auch ein wiederkehrendes Thema. Ich weiss aus eigener Erfahrung, das ich bei Unstimmigkeiten im Betrieb und unzufriedenen Arbeitsbedingungen auch in meiner Arbeit den Frust nicht immer zu Hause lassen kann und auch nicht immer will.

geschrieben am 24.07.2008 von Karin Schulz, Angehörige/r aus Bremen

Auf der einen Seite unzufriedene und zum Teil gefährdete PatientInnen, Pflegepersonal, das überarbeitet und furstriert ist, weil es eine gute Ausbildung hat, das Erlernte wegen Personalmangel aber nicht einbringen, sondern nur das Allernotwendigste am Patienten verrichten kann. Zudem Beschäftigte in fremdvergebenen Küchen und Reinigungsdiensten, die für Hungerlöhne ausgenutzt werden. Auf der anderen Seite stehen Aktionäre, Manager und viele leitende Ärzte, die in erster Linie Eigeninteressen verfolgen und über- und aussertarifliche Gehälter von mehreren hundertausenden Euro im Jahr einsacken. Die Manager bauen Pflegepersonal ab, vergeben Nebenbereiche an Private und betreiben  Lohndumping. Gerade sie jammern nun, die Kliniken hätten kein Geld und daher seien die  drastischen Sparmassnahmen erforderlich. Gleichzeitig werden aber satte Gewinne ausgeschüttet.
"Der Deckel muss weg" hilft da allein nicht weiter! Dann schütten die Klinikkonzerne nur noch mehr Gewinne an ihre Aktionäre aus, und die Arzt- und Managergehälter steigen weiter. Rekommunalisierung, die Abschaffung marktwirtschaflicher Elemente, Leistungs- und Strukturplanung im Gesundheitswesen anhand tragfähiger Gesundheitsziele, in Verbindung mit Personalbemessung und auskömmlichen Leistungsvergütungen - sind der richtige Weg hin zu einer regionalen, bedarfsgerechten und nachhaltigen Gesundheitsversorgung.

geschrieben am 23.07.2008 von Frank Brust, Beschäftigte/r aus Rheinland-Pfalz

Den Kliniken geht es inzwischen nur noch um die Personalkosten. An die anderen Kosten, die entstehen, weil die Patienten zu lange in den Kliniken bleiben, denkt wohl kaum einer.  Da das Personal fast bis mittags Patienten wäscht, verbindet, weil Visiten ablaufen, Krankenverläufe dokumentiert werden und dergleichen, bleibt kaum Zeit, die Patienten zu mobilisieren. Nur unsere Physiotherapeuten haben dazu Zeit - die Patienten werden somit höchstens ein Mal pro Tag wirklich therapeutisch mobilisiert. Wie viel länger braucht dann wohl ein Patient bis er wieder auf die Beine kommt? Wobei ein Krankenhaustag zwischen 300 und 400 Euro kostet. Mehr Personal würde sich mit Sicherheit rechnen.

geschrieben am 23.07.2008 von Alexander Weber, Beschäftigte/r aus Bayern

Ich arbeite in einer Uniklinik, auf zwei Stationen als Krankenpfleger. Um Kosten zu sparen, wurde die Stationsleitung der einen Station aufgelöst und die Station wurde von meiner Stationsleitung - als Musterteststation -  übernommen. Das Team arbeitet also auf zwei Stationen - zwei oder drei Tage und dann ist wieder Wechsel. Es herrscht nur noch Fließbandarbeit.  Auf einer Station werden die aseptisch orthopädische beziehungsweise onkologisch orthopädischen Patienten betreut, auf der anderen Station die septisch orthopädischen und unfallchirurgischen Patienten. Im Frühdienst sind zwei bis drei Vollkräfte für 34 Patienten zuständig - mit viel Glück ist noch eine Praktikantin auf Station. Zwischenmenschliches ist kaum noch austauschbar, denn mindestens die Hälfte der Zeit geht für Dokumentationen drauf. Ich kann bei dieser Pflege - und das habe ich auch meinen Vorgesetzten gesagt - nicht mehr für die Sicherheit der Patienten garantieren, geschweige denn von professioneller Krankenpflege sprechen. Nachts betreut eine Pflegekraft 34 Patienten, sie soll die OPs überwachen, Medikamente und Lager bestellen, die Verbandswägen und Räume auffüllen, Medikamente zusammenstellen und vieles mehr. Ich frage mich, wie in anderen Ländern - mit den gleichen Kosten - Gewinne erwirtschaftet werden. Dabei scheinen die Kliniken dort einen viel besseren Pflegeschlüssel und Pflegestandard zu haben. 

geschrieben am 23.07.2008 von Alexander Weber, Beschäftigte/r aus Bayern

Personalknappheit und die neue IMC Abteilung wird nur bei Bedarf geöffnet. Die Angestellten erfahren erst am Mittag, ob sie abends arbeiten müssen. Oder ob sie gezwungen werden ihre Überstunden abzubummeln - weil die IMC an diesem Tag nicht geöffnet wird. Pflegefachkräfte werden ungefragt an andere Abteilungen ausgeliehen, von denen sie keine Ahnung haben...Dienste werden ungerecht verteilt ( heute früh, morgen spät, übermogren wieder früh...) Und der Betriebsrat wird von der Klinikleitung zum Stillhalten gedrängt.

geschrieben am 22.07.2008 von nadler, Beschäftigte/r aus Mecklenburg-Vorpommern

Als Beschäftigter im Fahrdienst eines großen Krankenhauses war ich schon auf einiges gefasst. Was sich seit einiger Zeit allerdings abspielt, ist meiner Meinung nach eindeutig zu viel. Die Schwestern und Pfleger der Stationen sind so überbelastet, dass sie nicht einmal einfache Aufgaben bewältigen können. Es wird immer mehr Personal eingespart beziehungsweise abgebaut, sodass sich zwei oder drei  Schwestern und Pfleger um 20 bis 30 Patienten kümmern müssen. Wozu soll das noch alles führen?

geschrieben am 22.07.2008 von Christian, Beschäftigte/r aus Nordrhein-Westfalen

Mein Mann und ich besuchten meine Oma, die wegen eines Herzfehlers im Krankenhaus lag. Es war ein Drei-Bett-Zimmer, zwei Betten waren belegt. Es wurde eine dritte Persuon in das Zimmer geschoben, sie hing an vielen Schläuchen,, konnte kaum reden und wurde beatmet. Sie röchelte stark. Plötzlich hörte das Röcheln auf und es sah aus , als wäre sie eingeschlafen. Dann kam es mir aber doch komisch vor, und ich beobachtete ihre Brust. Ich vermutete,dass sie nicht mehr atmete und holte schnell eine Schwester. Atemstillstand! Nun musste alles ganz schnell gehen, Wiederbelebung! Diese Frau hätte keine Chance gahabt, hätten wir als Besucher nicht bemerkt, dass sie nicht mehr atmet. Meine Oma ist blind und die andere Frau auf dem Zimmer wäre auch nicht in der Lage gewesen, die Situation zubeobachten. Diese Frau hätte nicht auf eine normale Station gehört, sondern zur Beobachtung auf die Intensivstation. 

geschrieben am 22.07.2008 von Moreno, Angehörige/r aus Niedersachsen

Mein Vater wurde in Dresden am 24. Juni nachmittags an der Herzklappe opperiert. Gegen 21.30 Uhr erhielt meine Mutter einen Anruf des behandelnden Arztes, sie möge bitte ins Krankenhaus kommen und schmerzstillende Medikamente (spezielle) für Ihren Ehemann vorbeibringen. Das Problem mit der Medikamentenbeschaffung hat sich nun geklärt. Mein Vater ist eine Woche später verstorben. Gesundheitsreform läßt grüßen. Budgetierung und Kontigierung leben hoch. Danke Ulla Schmidt.

geschrieben am 21.07.2008 von Michael Enge, Angehörige/r aus Berlin

Ich bin Betriebsrat in einer kleineren Klinik. In unsererem Haus wird seit einigen Jahren bewußt weniger Personal beschäftigt als in der Planung vorgesehen. Dies führte zu einer enormen Steigerung des Krankenstands, der ebenfalls von den Verbleibenden ausgeglichen wurde. Mittlerweile sind die Stundenkonten stark angewachsen. Sogar die Geschäftsleitung hat inzwischen bemerkt, dass hier etwas nicht stimmt. Alle bemühen sich, die Patienten dies so wenig wie möglich spüren zu lassen, doch mittlerweile geht das einfach nicht mehr. Deshalb ist es höchste Zeit, dass die Finanzierung der Krankenhäuser überdacht wird, und die Pflege wieder in die Lage versetzt wird, ihre Arbeit gut zu verrichten.

geschrieben am 22.07.2008 von Anonym, Beschäftigte/r aus Baden-Württemberg

"Ich arbeite seit über 10 Jahren als Physiotherapeutin in einer Spezialklinik in Nordrhein-Westfalen. Es handelt sich (noch) um ein gemeinnütziges Haus in öffentlicher Trägerschaft, was uns im Vergleich zu anderen Häusern gradezu paradiesische Zustände beschert. Trotzdem erlebe ich zunehmend, dass ich als Therapeutin für einfachste pflegerische Dinge zuständig bin. Möchte ich einen Patienten mobilisieren, muss ich ihm oftmals die nach der OP eingeschlossene Kleidung besorgen, weil das drei Tage nach dem Eingriff noch nicht geschehen ist - aus Zeitmangel. Zudem klagen viele Patienten darüber, bei der täglichen Hygiene wenig bis gar keine Hilfe zu erhalten. Sie bitten mich, zum Beispiel ihren Zahnersatz zu reinigen oder frische Unterwäsche bereitzulegen. Auch wird immer weniger auf die regelmäßige Einnahme der Medikamente geachtet, was zum Beispiel dazu führt, dass eine Mobilisation nicht möglich ist, weil die morgendlichen Blutdrucksenker erst dann eingenommen werden, wenn ich das mittags bemerke. Aufklärung findet nur noch im Eiltempo statt, und Visiten passieren am späten Nachmittag oder Abend, an Wochenenden oft gar nicht. Viele Patienten stellen mir daher medizische Fragen, weil ich als Therapeutin die einzige bin, die mehr als anderthalb Minuten Zeit hat. Und einem Patienten Socken anzuziehen, weil er wegen kalter Füsse nachts nicht schlafen kann, ist Alltagsroutine... Wie gesagt, unserem Haus geht es (noch) gut. Wie weit soll die Krankenhausbudgetierung noch führen?"

geschrieben am 21.07.2008 von anonym, Beschäftigte/r aus Nordrhein-Westfalen

Die wichtigen Säulen (Kinder, Bildung, Gesundheit und Alter) unserer Gesellschaft werden von der Politik mit rigiden Maßnahmen gegeißelt. Insgesamt nimmt unsere satt und sauber Gesellschaft immer noch viel zu wenig Anteil an diesem Desaster. Der verantwortungsvolle Umgang mit der eigenen Bevölkerung ist leider nur in wenigen Politikerköpfen verankert. So darf man sich in dieser profitorientierten Gesellschaft nicht wundern, dass unser höchstes Gut mit Füßen getreten wird. Dass in unseren Krankenhäusern überhaupt noch ein Hauch von Menschlichkeit vermittelt wird, liegt am immer noch hohen sozialem Engagement des Personals. Ich glaube, nur durch entsprechenden öffentlichen Druck wird sich in diesem Land etwas ändern. Sollte dies nicht geschehen, sehe ich für unser Gesundheitswesen und damit für unsere Krankenhäuser schwarz!!

geschrieben am 22.07.2008 von Jörg Klaenhammer, Bürger/in aus Schleswig-Holstein

In den Krankenhäusern wird nur noch profitorientiert agiert. Das Liebevolle ist dabei verlorengegangen. Mein Onkel hat zunächst seine Zusatzversicherung verschwiegen und war abgeschrieben. Dann wurde diese Zusatzversicherung bekannt, und plötzlich schüttelt der Chefarzt dauernd seine Hand und es werden jede Menge  zusätzlicher Untersuchungen gemacht.  Das andere Extrem. Wir sind Menschen, das sollte uns wieder bewußt werden. Soviel Solidarität und Zusammengehörigkeit müssen möglich sein - ansonsten zeigen wir, dass wir eine primitive Spezies sind.

geschrieben am 21.07.2008 von F. Huppertz, Angehörige/r aus Nordrhein-Westfalen

Sind psychisch kranke Menschen Patienten 2. Klasse? In psychiatrischen Kliniken wurde teilweise bis zu 20% Pflegepersonal abgebaut. Zur angemessenen Personalausstattung in der Psychiatrie fehlte bereits im Jahr 2004 Personal im Umfang von € 250 Mio. Die Tarifabschlüsse und Sachkostensteigerungen führen auch weiterhin zu erheblichem Stellenabbau. Das einmal erreichte Niveau der Versorgung der psychisch Kranken kann so nicht mehr gewährleistet werden. Die Grundlage der psychiatrischen Pflege ist die Zeit für Gespräche und die Beziehungsgestaltung zu den Patienten. Diese Zeit für Kommunikation kann nicht beliebig verkürzt oder beschleunigt werden, sondern muss die Beeinträchtigungen der Patienten berücksichtigen. Wer einen wertschätzenden, respekt- und würdevollen Umgang mit den kranken Menschen erwartet, darf nicht abwertend, respekt- und würdelos mit dem Personal umgehen.

Die finanzielle Situation der Krankenhäuser treibt die Einrichtungen zu Verzweiflungstaten, die so nicht mehr hinnehmbar sind: Gehaltsabsenkungen, Ausgliederungen (auch für Pflegekräfte), weitgehende Teilzeitbeschäftigung, Stellenreduktionen. Der verantwortungs- und würdevolle Umgang mit psychisch kranken Menschen lässt keine weiteren Produktivitätssteigerungen durch Personalabbau zu.

geschrieben am 18.07.2008 von Frank Vilsmeier, Beschäftigte/r aus Schleswig-Holstein

Krankenhaus Praktikum!
Meine Nichte wollte einen Ausbildung in einem Pflegeberuf beginnen. Sie bewarb sich bei mehreren Krankenhäusern im Raum Bottrop/Essen. Es wurde ihr gesagt: Bevor sie die Ausbildung beginnen kann muss sie ein 1 Jahres Praktikum absolvieren und dann würde sie vielleicht einen Ausbildungsplatz bekommen. In der Hoffmung auf einen Ausbildungsplatz trat sie das Praktikum an. !!! 10 Stunden am Tag für 80€ im Monat inclusiv Mittagessen im Krankenhaus!!!" Sie muss das Pflegepersonal bei allen Arbeiten unterstützen. Maximal 2 Ausbildungsplätze im Pflegebereich sind nächstes Jahr zu vergeben aber 8 Praktikanten wurden eingestellt. Der Verdacht der Ausbeutung liegt da schon sehr nahe. Auf der anderen Seite muss man sich darüber Gedanken machen unter welchen Kostendruck müssen die Krankenhäuser stehen wenn si zu solchen Mitteln greifen.

geschrieben am 18.07.2008 von anonym, Bürger/in aus Nordrhein-Westfalen

Mein 60-jähriger Mann war zu einer normalen Untersuchung der Beinvenen in einem Krankenhaus in Thüringen. Weil er schlechte Blutwerte hatte, wurde eine Infusionstherapie vorgeschalten. Das war aber sein Verhängnis, denn diese liefen an beiden Armen para und daraus entwickelte sich eine Sepsis mit der Folge, dass wesentlich mehr Mittel von Seiten der Kassen ausgegeben werden mußten als bei einer ordentlichen Hygiene und der entsprechenden Personalbesetzung in der Pflege. Meine Forderung deshalb an die Politik: Sparen an der richtigen Stelle nämlich an den Gehältern der Vorstände der Krankenkassen und nicht bei der Ausstattung der Krankenhäuser mit Pflegepersonal und Hygieneärzten. Zum Glück gehört mein Mann nicht zu den 60% derjenigen, die an einer Sepsis sterben, aber bis zu seiner Genesung wird sicher noch mehr Zeit vergehen als die mittler Weile 2 1/2 Monate in einer Spezialklinik in Bayern und es werden noch viele Kosten entstehen, die eigentlich vermeidbar gewesen wären.

geschrieben am 18.07.2008 von anomym, Angehörige/r aus Thüringen

Nach dem ersten Praxisblock in der Ausbildung hat die Psychologie-Dozentin unserer Schule bei den Schülern des Unterkurses eine Umfrage gestartet, wer nach den im Praxiseinsatz gemachten Erfahrungen sich noch einmal für den Beruf Gesundheits- und KrankenpflegerIn entscheiden würde. Das Ergebnis war niederschmetternd - es waren gerade mal 20%. Der Grund: Die Unterkursschüler wurden sofort als Arbeitskraft eingesetzt - praktische Ausbildung fand aus Zeit- und Personalmangel nicht statt. Die Arbeit selbst machte Spaß, aber es war niemand da, der ihnen zur Seite stand oder das Ergebnis kontrolliert hat, was große Verunsicherung nach sich zog. Wenn in die Ausbildung in den Häusern nicht mehr Geld investiert wird, indem man sich "leistet", die Praxisanleiter für die Zeit der Anleitung vom normalen Dienst freizustellen, wird ein Pflegenotstand auf uns zukommen, der nicht mehr aufzufangen ist - und dann: Gut Nacht, deutsche Krankenhäuser.

geschrieben am 18.07.2008 von Anonym, Beschäftigte/r aus Bayern

Meine 88-jährige Mutter (Pflegestufe 2, schwerstsehbehindert, dement) lebt unter der Betreuung meiner Ehefrau und mir noch zu Hause. Sie hat sich vor 10 Tagen eine Oberschenkelfraktur zugezogen und wurde erfolgreich operiert.
Da ich ihr den anschliessenden Aufenthalt im Altenheim ersparen wollte, bat ich um eine Anschlussheilbehandlung (Reha). Diese vom Klinikum beantragte Reha wurde durch die zuständige Krankenkasse abgelehnt, so dass nun der Weg ins Altenheim absehbar ist. Anmerken möchte ich, dass sich der behandelnde Arzt auch nicht entsprechend engagiert hat, um die Krankenkasse von der Notwendigkeit der Reha zu überzeugen, vielmehr haben sich Klinik u. Krankenkasse tel. abgesprochen!!! Ich hatte eigentlich gedacht, wenn meine Mutter durch die Reha wieder mobilisiert wird, kann ich sie wieder mit nach Hause nehmen, selbst pflegen u. somit der Allgemeinheit Kosten ersparen, da die häussliche Pflege ja kostengünstiger ist wie ein permanenter Aufenthalt im Heim. Fazit: Einerseits wird ohne Ende gespart, andererseits verweigert man gesundheitsfördernde Massnahmen. Vielleicht denkt man bei Patienten wie meine Mutter auch: Die ist zu alt für eine Reha und hofft auf eine baldige biologische Lösung; Toter Patient, guter Patient? Meine Enttäuschung ist sehr groß!

geschrieben am 18.07.2008 von Albert Manfred, Angehörige/r aus Bayern

Während eines zehntägigen Krankenhausaufenthalts konnte ich erleben, wie gehetzt die Beschäftigten sind und wie sehr sie sich dennoch bemühen, den Anforderungen gerecht zu werden. Ich musste einen halben tag auf einen arzt warten, ehe eine Infusionsnadel neu gesetzt wurde - obwohl die Infusionen die einzige Therapeimöglichkeit war. Die Ärzte müssen "nebenbei" noch Notdiensteinsätze fahren - da bleibt für Kassenpatienten eben zuwenig Zeit!!

geschrieben am 17.07.2008 von luise klemens, Patient/in aus Rheinland-Pfalz

Meine Mutter (86) musste in das Krankenhaus eingeliefert werden. Sie war im Zeitungsladen ohnmächtig geworden. Der Notdienst wurde verständigt und meine Mutter wurde ins Krankenhaus gefahren. Das war gegen 18 Uhr. Zuvor rief mich der Rettungsdienst an und informierte mich. Das fand ich gut.  Auch in der Rettungsstelle wurde sich gleich um meine Mutter gekümmert..  Ihr wurde u.a. Blut abgenommen und Röntgen wurde angeordnet. Das klappte alles noch ganz gut. Nun begann aber die lange Wartezeit auf die Ergebnisse aus dem Labor. Mittlerweile war es schon 20 Uhr und es waren noch keine Werte übermittelt worden. Der Computer war ausgefallen. Da die Ärztin aber auf einen bestimmten Wert warten musste, mussten wir weiterhin warten. Meine Mutter erhielt etwas zu trinken. Der Schichtwechsel zum Nachtdienst erfolgte und eine andere Ärztin war nun für die Rettungsstelle zuständig. Sie rief mehrmals im Labor an. Erst um 21.00 Uhr konnte sie den erforderlichen Wert erhalten. Meine Mutter wurde auf die Station verlegt.
Das Personal war sehr freundlich und die Arbeiten auf der Rettungsstelle wurden ohne Hektik durchgeführt.
Am nächsten Tag wurde meine Mutter auf die Geriatrie verlegt und die angeordeneten Untersuchungen wurden zügig durchgeführt. Am Sonnabend wird meine Mutter entlassen. Sie ist mit der Betreuung im Krankenhaus zufrieden.

geschrieben am 17.07.2008 von Hornschuh, Regine, Angehörige/r aus Brandenburg

Ich musste wg. des Blinddarms operiert werden, Glück gehabt, war beinahe durchgebrochen (lag aber schon 14 Stunden wg. starker Schmerzen im Krankenhaus...). Das Pflegepersonal war hilfsbereit und richtig nett, aber völlig überfordert. Und ich als noch junges Mädchen wurde zu einer betagten "Omi" ins Zimmer verlegt, Endstadium Krebs. Die Arme litt fürchterlich, hatte sehr starke Schmerzen trotz Maximaldosis eines Schmerzmedikaments (lt. Personal des Krankenhauses). In den 5 Tagen nach der OP habe ich insgesamt 8 Stunden schlafen können denn ich habe mich mindestens einmal die Stunde um die Dame kümmern müssen (hab sie aufgerichtet, sie gestützt, sie gedreht (und gehofft, nichts falsch zu machen), getröstet so weit ich konnte, ihr die hand gehalten, wenn sie vor verzweiflung und schmerz einfach nur noch geweint oder gar geschrien hat). Als ich dann entlassen wurde, hat man mir unter der Hand anvertraut, dass man das gerne macht: Junge, halbwegs gesunde Patienten sich um Schwerstkranke kümmern zu lassen. Weil man sich einfach nicht zu helfen weiss.

Ich war so froh, dann entlassen zu werden... und habe heute noch ein sehr schlechtes gewissen wegen meiner erleichterung damals.

geschrieben am 17.07.2008 von anonym, Patient/in aus Nordrhein-Westfalen

Ich habe bald mein Examen bestanden , und dann? Ich übe diesen Beruf gerne aus, aber ist das gerecht, für diese Mühe und Anstrengung die man hat, 3- Schicht-Dienst bei einer 38,5 Stunden Woche 1300 Brutto zu verdienen? Nein , natürlich nicht, aber die Zeitarbeitsfirma sieht das anders! Wo habe ich da noch Zukunft??? Unter all diesen Bedingungen die an die Pflege gestellt wird, soll ich Alt werden? Nein Danke! und eigentlich bin ich so wütend und traurig, weil ich kann mir nichts anderes vorstellen außer Gesundheits- und Krankenpflegerin zu sein und auch zu bleiben! Das schlimmste dabei ist, das die Patienten darunter leiden müssen! Ich war und bin noch froh Schülerin zu sein, denn da habe ich noch die Möglichkeit mich etwas aus dem Stress rauszuhalten und individuelle und optimale Pflege (mit ein wenig mehr Zeit) durchzuführen!

geschrieben am 17.07.2008 von Anonym, Beschäftigte/r aus Niedersachsen

Als Krankenpfleger im OP habe ich die Verdichtung der Arbeitsbelastung in den letzten Jahren miterleben dürfen. Die Kollegen wurden weniger, die Patienten mehr und anspruchsvoller, Operateure weniger, dafür aber teurer und seltener gesehn. Die Assistenz ist häufiger an die Pflege weitergegeben worden.
Aber keine Aufgabe der Pflege wurde erleichtert, es gibt mehr Dokumentationspflichten, mehr Technik und Computer die Anlernung bleibt auf der Strecke. Die Gehälter sind mager, bei Kirchens kommt jetzt nach 3 Jahren ein Tröpfchen dazu. Aber bei den Teuerungen drum herum ist das ein Tröpfchen auf den heißen Stein.
Wohin das führt? Ich bin froh einen Job zu haben, aber die Erfüllung ist es nicht mehr.

geschrieben am 17.07.2008 von Stefan, Beschäftigte/r aus Nordrhein-Westfalen

Mein heutiger Arbeitstag war mal wieder ein Alptraum... Die erste Pflegerunde dauerte 3 Stunden.  Zwischendurch immer wieder OP´s aus dem Aufwachraum holen.  Notfallaufnahmen... dann die ganzen postoperativen Maßnahmen...  hier Erbrechen... am anderen Ende laüft die Spülung nicht... dort die Chemo... und zu guter letzt auch noch ein Patient mit einer Temperatur von 39,6 ... und ganz nebenbei noch der ganz normale Stationsalltag... Ich liebe meinen Job... aber irgendwann ist genug... ich bin 22 Jahre alt... aber an Tagen wie heute gehe ich am Stock...

geschrieben am 17.07.2008 von Anonym, Beschäftigte/r aus Nordrhein-Westfalen

Was ich im Warteraum der Röntgenambulanz eines konfessionellen Krankenhauses gesehen habe, hat mich traurig gemacht: Mittendrin zwischen all den wartenden Patienten, ein Bett. Darin eine ältere Frau, in halbwachem Zustand. Abgestellt und ausgeliefert all den fremden Blicken. Später kam noch ein "blutiger" Patient im Bett dazu, der sich weigerte etwas zu unterschreiben. Alle im Warteraum konnten seine Krankheitsgeschichte mitbekommen. Ich bin traurig, eigentlich sollte ich wütend sein. Aber auf wen?

geschrieben am 17.07.2008 von Anonym, Patient/in aus Berlin

Als ich überraschend nach einem Herzstillstand ins Krankenhaus eingeliefert wurde, musste ich erleben, wie wenig Zeit dem pflegerischen und ärztlichen Personal bleibt, um mir z.B. zu erklären, dass ich unbedingt einen Herzschrittmacher benötige. Niemand hat sich genügend Zeit genommen, um mir diese Maßnahme so zu erklären, dass ich sie verstanden hätte. Das hat dann erst eine Ärztin geleistet, bei der ich zur Nachsorge in Behandlung bin.
Außerdem wurde die damit notwendige Operation wegen Überlastung im OP mehrmals verschoben, ohne mich als Patientin rechtzeitig darüber zu informieren, so dass ich mehrere Tage lang von morgens bis abends auf die angekündigte OP gewartet habe. Trotz allen Verständnisses halte ich dies nicht für einen akzeptablen Umgang mit einem Menschen in einer Krisensituation

geschrieben am 17.07.2008 von Sigrid Reihs, Patient/in aus Nordrhein-Westfalen

Im Januar 2008 erlitt ich einen Hirninfarkt und wurde in eine Spezialklinik eingeliefert. Die rund 10 Tage, die ich auf  der Intensivstation verbrachte, waren gezeichnet von Pflegepersonal, das an der Grenze der Belastbarkeit arbeitet und Ärzten, die vor lauter Neuzugängen kaum Zeit finden, sich um die vorhandenen Patienten zu kümmern. Erst als ich mich auf eine Privatstation verlegen ließ, kam ich zur Ruhe und konnte meinen Genesungsprozess mit Zuversicht aktiv angehen. Dass mein Infarkt trotz der Arbeitsbelastung von Schwestern und Ärzten richtig diagnostiziert und behandelt wurde, grenzt an ein Wunder. Dafür meinen Dank an diese Menschen.

geschrieben am 17.07.2008 von Peter Weiser, Patient/in aus Niedersachsen

Ja, wie sehen die Personalstellenpläne heute aus - In unserem Krankenhaus ist es 3 zu 2 zu 1 auf 30 Patienten. Durch die Übernahme von ärztlichen Tätigkeiten im Frühdienst 3,5 VK, im Spätdienst 2 VK und im Nachtdienst 1 Vollkraft. Davon dann noch der Pflegemix von 70% ausgebildeten Pflegekräften und 30% Hilfskräften. Was soll da an gute Pflege noch raus kommen?

geschrieben am 15.07.2008 von K.Sommer, Beschäftigte/r aus Brandenburg

Ich arbeite im Krankenhaus-Controlling und beobachte die Entwicklung seit Jahren mit großer Sorge. Personalabbau und Leistungsverdichtung kennzeichnen den Alltag in unseren Krankenhäusern. Man fühlt sich wie ein Hamster im Rad, immer wenn auf neue Gesetzgebung reagiert worden ist, kommt die nächste "Keule", wobei die Krankenkassen ihr aufgeblähtes Prüfsystem auch noch unter "Leistungsausgaben Krankenhaus" verbuchen.
Da wird auch schon mal angefragt, ob der Unterschenkel nicht gleich hätte amputiert werden können, um eine Mehrfach-OP-DRG zu vermeiden.
Ich kann inzwischen alle verstehen, die nicht mehr im Krankenhaus arbeiten wollen.

geschrieben am 15.07.2008 von Anonym, Beschäftigte/r aus Nordrhein-Westfalen

Immer mehr Patienten in kürzere Verweildauern mit weniger Personal betreuen....das sind u.a. Auswirkungen der Gesundheitsreform! Arbeitsoptimierung und weg von der Kür zur Pflicht die Slogan der Stunde! und zu wessen Lasten????? eindeutig Lasten von Patienten und Personal im Krankenhaus!

geschrieben am 17.07.2008 von Bettina Mandaus, Beschäftigte/r aus Thüringen

Meine Schwiegertochter arbeitet auf einer Station für Wachkoma-Patienten. Pro Schicht betreuen 2 ausgebildete Krankenpfleger 20 Patienten und 3-4 an/ungelernte Kräfte stehen ihnen zur Seite. An vielen Tagen reicht die Versorgung gerade für das Nötigste, bei vollkommen hilflosen Menschen.

geschrieben am 17.07.2008 von anonym, Beschäftigte/r aus Nordrhein-Westfalen

In der Kinderstation einer großen Klinik sind Mütter sehr gern stationär gesehen, weil das Personal gar nicht in der Lage wäre, die Kinder bedarfsgerecht zu versorgen. EIn Baby, dessen Eltern nicht bei ihm sein konnten, war nach wenigen Tagen total wund, weil es nicht gepflegt wurde. Wir anwesenden 'fremden' Mütter durften uns aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht kümmern. Das Kind hat stundenlang geschrieen.

geschrieben am 17.07.2008 von Anonym, Angehörige/r aus Nordrhein-Westfalen

Der Sparwahn betrifft vor allem auch die Hygiene in den Krankenhäusern. Bei uns wird nur noch auf Sicht geputzt, die überwiegend älteren Mitarbeiterinnen müssen immer mehr qm putzen, was sie körperlich nicht mehr leisten können! Kein Wunder, dass die Krankenhäuser das totschweigen...! Aber irgendwann werden die Infektionen zunehmen und wer ist dann schuld? Doch nicht die Gesundheitspolitik, sondern die Mitarbeiterinnen und die werden dann outgesourct! Vielleicht sollten die Politiker sich einfach mal nicht in eine Privatklinik legen sondern sich in einem normalen Kreiskrankenhaus  behandeln lassen und sich mit den Mitarbeitern dort unterhalten! Die Menschlichkeit, die den Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers eigentlich auch prägen sollte, geht im Stress der zuvielen Arbeit aufgrund weniger Personal, einfach unter!

geschrieben am 17.07.2008 von Michaela Pfreimer, Beschäftigte/r aus Bayern

Meine Mutter lag nach Ihrer zweiten Lungenkrebs-OP  Ende Oktober 2007 bis April 2008 im Krankenhaus.  In der ganzen Zeit hat sie mehrere Stationen durchlaufen. Von anfänglicher "bester" Versorgung auf der Intensivstation (1 Pflegeperson für zwei Komapatienten) bis hin zu Minimalversorgung, als sie bereits ein schwerer Pflegefall  mit nur noch geringen Überlebenschancen war. Meine Erinnerungen an diese Zeit und vorallem was alles hätte, aufgrund von mehr Personal verhindert werden können, werde ich nie vergessen!!! Hier nur ein Bespiel: Meine Mutter wurde per Maske künstlich beatmet, da sie an starker Platzangst litt, hat sie sich die Maske nachts desöfteren abgerissen. Einmal kam erst Hilfe, als sie schon blau angelaufen war.  Am 18. April 2008 verstarb dann meine Mutter und dieses Krankenkaus werde ich nie wieder betreten!

geschrieben am 17.07.2008 von Daniela Köpcke, Angehörige/r aus Hamburg

Als Krankenpfleger und Betriebsrat in einer großen Klinik mache ich jeden Tag die Erfahrung, dass bei sinkenden Einnahmen (gedeckeltes Budget!) nicht nur vom Pflegepersonal, sondern von allen Beschäftigten der Klinik immer mehr an (Arbeits-) Leistung erwartet wird. Das hierunter leider auch die Patienten Leiden müssen liegt wohl eindeutig in der Verantwortung unserer Politiker, die das Gesundheitswesen in diesem unserem Land schon seit geraumer Zeit wissendlich und willendlich an die Wand fahren.Es geht den Beschäftigten in Krankenhäusern in erster Linie nicht um mehr Verdienst, sondern um mehr Zeit um die Arbeit an und mit unsere Patienten mit sorgfalt und ohne Stress zu bewältigen zu können.
Der Sparwahn unserer Politiker (?!?) muss deshalb endlich ein Ende finden.

geschrieben am 14.07.2008 von Anonym, Beschäftigte/r aus Baden-Württemberg

Seit man bewußt vor einigen Jahren den Personalstellenplan in den Krankenhäusern abgeschaft hat, haben wir Betriebsräte leider nicht mehr die verbindliche Handhabe und das Forderungsinstrument der personellen Ausgleichs-/nachbesetzung. Es sind zunehmend mehr Schwestern und Pflegekräfte frustriert und werden dadurch auch unzufriedener aber auch häufiger krank. Unterbesetzung und Stress tragen zur Berufsflucht bei und lassen auch bei noch so viel Liebe zum Beruf die Freundlichkeit zum Patienten leider vermissen. Überstunden scheinen ebenso wie das Gerufenwerden aus dem "Frei" zur Alltagsregel zu gehören. Der Kostendruck scheint unsere Politiker nicht viel zu tangieren, oder wissen die meisten, dass man als Privatpatient immer noch einer vermeintlich besseren Behandlung unterliegt?? Menschen sind wir aber alle von einer gleichen Anatomie. Betriebsratsvorsitzender eines saarländischen Klinikums

geschrieben am 14.07.2008 von Lutwin Scheuer, Beschäftigte/r aus Saarland

Meine Mutter, 82 Jahre, musste im Januar und Februar für vier Wochen ins Krankenhaus. Bei Besuchen fiel mir auf, dass sie oft sehr wenig gegessen hat. Als ich die Schwester fragte, hieß es: Wir können gar nicht nach allen Patienten schauen, wie es nötig wäre. Tatsächlich wurde dann auch mehr darauf geachtet. Als sie wieder zuhause war, hatte sie fast drei Kilo abgenommen. Dabei hat sie schon genug Probleme mit Untergewicht. Sie hat das bis heute nicht ganz aufgeholt, obwohl wir uns jetzt intensiv darum kümmern. Ich kann ja verstehen, dass die Schwestern sich abhetzen, aber es kann doch nicht sein, dass eine alte Patientin so vernachlässigt wird.

geschrieben am 09.07.2008 von Anonym, Angehörige/r aus Brandenburg

Der Sparwahn in den Krankenhäusern gefährdet Patienten und Beschäftigte.

Die Bundesregierung muss jetzt handeln.
Weg mit dem Budgetdeckel!

Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen, wie es wirklich aussieht in unseren Krankenhäusern.


Ihre Erfahrung: